Ein wegen versuchten Mordes Angeklagter wird von seinem Rechtsanwalt begrüßt, während ihm ein Justizmitarbeiter die Handschellen abnimmt. (Foto: dpa Bildfunk, Dorothee Barth)

Prozess am Landgericht Wiesbaden Gift in Nudelsuppe - war es versuchter Mord?

Eine vergiftete Nudelsuppe steht im Mittelpunkt eines Prozesses, der am Wiesbadener Landgericht begonnen hat. Der Angeklagte soll damit versucht haben, seinen Tenniskollegen zu töten - wegen nicht erwiderter Liebe.

Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft wirft dem 49 Jahre alten Angeklagten versuchten Mord vor. Er soll Anfang vergangenen Jahres in Rüdesheim am Rhein in das Haus eines älteren Ehepaares eingedrungen sein und dort Gift in die Nudelsuppe gekippt haben, die auf dem Herd stand.

Angeklagter war in sein mutmaßliches Opfer verliebt

Die Staatsanwältin sagte beim Prozessauftakt am Wiesbadener Landgericht, der Angeklagte sei in den Ehemann, den er aus dem Tennisclub kannte, verliebt gewesen. Der mit einer Frau verheiratete Mann habe die Avancen jedoch nicht erwidert, das habe den 49-Jährigen gekränkt.

Suppe an Hunde verfüttert

Das Ehepaar hatte laut Anklage einen Teil der vergifteten Suppe an seine Hunde verfüttert. Die Tiere wurden mit schweren Vergiftungserscheinungen zum Tierarzt gebracht, haben aber überlebt. Die Polizei hat Reste der Nudelsuppe untersucht, es wurden Spuren des Gifts der Pflanze "Blauer Eisenhut" gefunden.

Angeklagter wegen ähnlichen Falles vorbestraft

Der Angeklagte wurde daraufhin festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Zum Prozessauftakt schwieg er. Sein Anwalt erklärte, die Anklage stütze sich auf Indizien und Rückschlüsse. Bei kritischer Betrachtung reichten die Beweise nicht aus für eine Verurteilung.

Der 49-Jährige war bereits 2001 vom Landgericht Memmingen wegen versuchten Mordes zu mehr als 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte versucht, die Eltern seiner damaligen Freundin mit Arsen zu vergiften.

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