Der älteste Hungerstein im Rhein bei Worms-Rheindürkheim (Foto: SWR)

Neue Plakette für 2018 hinzugefügt Niedrigwasser macht Hungersteine sichtbar

Die Hungersteine im Rhein bei Worms-Rheindürkheim sind nur zu sehen, wenn der Rhein sehr wenig Wasser hat. Sie erinnern an Dürre und besonders heiße Sommer. Jetzt wurde ein neuer Hungerstein hinzugefügt.

In früheren Jahrhunderten bedeutete eine solche Dürre Ernteausfälle und dementsprechend drohten Hunger und Elend. Normalerweise liegen die Steine unsichtbar weit unterhalb der Wasseroberfläche.

"Ano 1857 - Hunger" steht auf dem ältesten Stein, der im Rhein bei Worms-Rheindürkheim liegt. Die nächste Markierung ist 1947 entstanden, also 90 Jahre später. Dann werden die Abstände immer kürzer. "Das weist darauf hin, dass der Klimawandel auch hier eingesetzt hat und dass also lange Trockenperioden immer häufiger werden", sagt Adolf Kessel, Ortsvorsteher von Rheindürkheim.

Statt einer gemeißelten Zahl ist auf dem neuen Hungerstein ein Schild aus Aluminium angebracht (Foto: SWR)
Statt einer gemeißelten Zahl ist auf dem neuen Hungerstein eine Plakette angebracht

Plakette als Erinnerung

Jetzt wurde den Steinen von der Ortsgeschichtlichen Arbeitsgemeinschaft Rheindürkheim e.V. ein weiterer für das außergewöhnlich trockene Jahr 2018 hinzugefügt. Er unterscheidet sich jedoch deutlich von den anderen, die an dieser Stelle liegen. Denn während bei diesen die Jahreszahl eingemeißelt wurde, erinnert nun eine rote Plakette an die große Trockenheit. Sie wurde auf einem Stein festgedübelt.

Einziger Ort am Rhein

Im Rhein gibt es Hungersteine nur bei Worms-Rheindürkheim. Die meisten dieser Erinnerungssteine an große Dürren gibt es an der Elbe.

STAND