Dunkle Wolken über einem Getreidefeld (Foto: SWR)

Nach Unwettern der vergangenen Tage Bauern in Rheinland-Pfalz drohen erhebliche Ernteausfälle

Die Unwetter der vergangenen Tage haben nicht nur bei den Menschen, deren Häuser überschwemmt wurden, ihre Spuren hinterlassen. Auch die Landwirte haben mit den Folgen zu kämpfen - und müssen erhebliche Ernteausfälle befürchten.

Bei einigen landwirtschaftlichen Kulturen könne es teils Totalschäden geben, sagte Landwirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) am Donnerstag bei der Vorstellung einer Schadensprognose im Agrarausschuss des Mainzer Landtags.

Demnach ist etwa die Region rund um Kaisersesch (Kreis Cochem-Zell) stark betroffen. Dort könnten Wintergerste, Winterroggen und Mais "teils bis zu 100 Prozent geschädigt" sein.

Schwere Schädigungen im Kreis Südliche Weinstraße

Im Kreis Südliche Weinstraße in Richtung französische Grenze seien etwa ein bis zwei Prozent der Flächen sehr schwer geschädigt. Bei Mais und Getreide könne bis zu 70 Prozent der Ernte zerstört sein. Außerdem haben pfälzische und rheinhessische Rebflächen stark unter Hagel gelitten. Es sei "auf rund 200 Hektar mit erheblichen Ernteausfällen zu rechnen", sagte Wissing.

Die Zahlen sind eine erste Schätzung. "Zuverlässige Zahlen lassen sich erst nach der Ernte ermitteln." Die Schäden seien zudem lokal stark unterschiedlich und teils auch gering.

Bauern geben noch keine Prognose ab

Die Landwirte selbst geben derzeit noch keine Schadensprognose ab. "Das können wir noch unmöglich sagen", sagte der Sprecher des Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd, Andreas Köhr. Es sei nicht vorhersehbar, was sich unter Umständen noch auswachse.

Generell gelte allerdings: Je später im Jahr Schäden entstünden, desto unwahrscheinlicher sei es, dass die Pflanzen das ausgleichen könnten.

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