Der Oppenheimer Bürgermeisterkandidat Walter Jertz (Foto: SWR)

Nach Rücktritt von Marcus Held Jertz neuer Bürgermeister von Oppenheim

Rund drei Monate nach dem Rücktritt des Oppenheimer Bürgermeisters Marcus Held (SPD) ist in der rheinhessischen Kommune ein Nachfolger gewählt worden.

Der einzige Kandidat, der parteilose Walter Jertz, wurde mit großer Mehrheit von 84,6 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt. Aufgerufen waren insgesamt 5.850 Wahlberechtigte. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,8 Prozent.

Der 73-jährige Generalleutnant a. D. der Luftwaffe stammt aus Oppenheim und steht in Verbindung mit einem Bündnis, das einst zu wöchentlichen Demonstrationen gegen Held aufgerufen hatte.

Jertz wird zunächst einmal bis zum kommenden Sommer Bürgermeister von Oppenheim. Dann wird für fünf Jahre ein neuer Stadtchef gewählt. Jertz hat angekündigt, dass er als Bürgermeister vor allem klären will, inwiefern der Schuldenberg, den die Stadt Oppenheim unter Ex-Bürgermeister Held aufgehäuft hat, abgebaut werden kann. Dazu will er unter anderem zahlreiche Verträge prüfen.

Das Rathaus im rheinhessischen Oppenheim  (Foto: Imago, imagebroker/CarolinexKreutzer)
Imago imagebroker/CarolinexKreutzer

Nach wie vor Ermittlungen gegen Held

Gegen den SPD-Mann Held, der alle seine kommunalen Ämter in Oppenheim Ende Februar niedergelegt hatte, ermittelt nach wie vor die Mainzer Staatsanwaltschaft. Es geht um mögliche Vergehen gegen das Parteiengesetz, Bestechlichkeit und Vorteilsannahme, konkret haben die Ermittler Grundstücksgeschäfte in Oppenheim im Visier.

Held ist seit Monaten krankgeschrieben. Er hatte betont, sein Rückzug von der kommunalen Bühne sei kein Schuldeingeständnis. Sein Bundestagsmandat hat er noch inne.

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