Spezialkräfte der Polizei nehmen den gesuchten Syrer fest (Foto: picture-alliance / dpa)

Nach Festnahme in Mainz Terrorverdächtiger soll demnächst ausgeliefert werden

Die Auslieferung des Syrers, der in den Niederlanden an Anschlagsplänen beteiligt gewesen sein soll, steht bevor. Der 26-Jährige war kurz vor Weihnachten in Mainz gefasst worden.

Der zuständige Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer in Koblenz sagte auf SWR-Anfrage, er habe den Auslieferungshaftbefehl bereits bewilligt und das Landeskriminalamt um Amtshilfe gebeten.

Der Syrer sitzt derzeit noch in Haft. Damit der junge Mann zügig überstellt werden kann, soll das LKA den Transport und die Abstimmung mit den niederländischen Behörden übernehmen.

Der Generalstaatsanwalt geht davon aus, dass der Syrer Anfang nächster Woche an einen Grenzübergang zu den Niederlanden gebracht wird. Der 26-Jährige ist in Rotterdam gemeldet. In Deutschland war er noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Cousin in Mainz besucht

Der 26-Jährige war Ende Dezember von Spezialkräften der Polizei (SEK) in einem Mehrfamilienhaus im Mainzer Stadtteil Marienborn festgenommen worden. Dort hatte er sich in der Wohnung eines Cousins aufgehalten. "Die Durchsuchung der Wohnung und die weiteren bisherigen Ermittlungen ergaben keine Hinweise darauf, dass der Cousin oder andere in Deutschland lebende Personen an den Anschlagsvorbereitungen beteiligt waren oder auch nur davon wussten", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler kurz nach der Festnahme. Nicht bestätigt wurden Informationen, wonach der Verdächtige offenbar seine Frau in Mainz besucht habe.

Anschlag in Rotterdam an Silvester?

Die Aktion in Mainz steht in Zusammenhang mit einem Einsatz der niederländischen Polizei gegen mutmaßliche Terroristen. In Rotterdam waren vier weitere Verdächtige im Alter zwischen 20 und 30 Jahren festgenommen und mehrere Wohnungen durchsucht worden. Nach bislang unbestätigten Informationen wollten die Männer offenbar an Silvester einen Anschlag in Rotterdam verüben.

Innenminister Lewentz lobt Einsatz

Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat der rheinland-pfälzischen Polizei und deren Spezialkräften für ihren erfolgreichen Einsatz im Rahmen eines internationalen Ermittlungsverfahrens in Mainz gedankt.

"Die gelungene Festnahmeaktion hat gezeigt, dass die Kooperation mit der niederländischen Polizei länderübergreifend funktioniert hat und die rheinland-pfälzische Polizei für solche Einsätze gut vorbereitet ist", so Lewentz.

Mehrere Festnahmen in den vergangenen Monaten

In den vergangenen Monaten waren mehrere Personen in den Niederlanden unter Terrorverdacht inhaftiert worden. So wurden im Juni in Rotterdam zwei Männer wegen eines angeblich geplanten Anschlags auf Sicherheitskräfte in den Niederlanden festgenommen.

Im August hatte ein Attentäter zwei amerikanische Touristen am Amsterdamer Hauptbahnhof mit einem Messer schwer verletzt. Der 19-jährige Afghane hatte in Ingelheim gelebt und soll laut Staatsanwaltschaft Koblenz auch dort das Messer gekauft haben.

Im September gab es sieben Festnahmen von Männern, die nach Angaben der Behörden einen größeren Anschlag planten. Von diesen kamen drei aus Rotterdam und einem Rotterdamer Vorort.

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