Ester-Schriftrolle (Foto: Martinus-Bibliothek Mainz)

Martinus-Bibliothek übergibt drei Schriftrollen Pergamentrollen von Mainz zurück nach Jerusalem

Die Martinus-Bibliothek hat drei Pergamentrollen an die Israelische Nationalbibliothek in Jerusalem übergeben. Diese hatten als "touristische Mitbringsel" den Weg nach Mainz gefunden.

Der Direktor der Mainzer Martinus-Bibliothek, Helmut Hinkel, übergab die Schriftrollen in einer Feierstunde am Mittwochabend an Leor Jacobi aus Jerusalem, dem Koordinator des Projekts "Die Tora-Arche in Deutschland".

Die Buchrollen waren "touristische Mitbringsel" von einer Israelreise aus den 1960er-Jahren und stammen aus dem Nachlass des 1970 verstorbenen Mainzer Wissenschaftlers Nikolaus Adler. Hinkel zeigte sich dankbar dafür, dass die Schriftrollen "jetzt dahin kommen, wo sie hingehören und dort der Wissenschaft zur Verfügung stehen".

Zwei Ester-, eine Genesis-Rolle

Es handelt sich dabei um zwei Ester-Rollen und eine Samaritanische Genesis-Rolle. Das alttestamentliche Buch Ester hat im Judentum eine besondere Bedeutung. Dort wird die Geschichte von der Rettung des jüdischen Volkes in der persischen Diaspora erzählt, die Ursprung des Purimfestes ist. Die beiden Ester-Rollen sind laut Martinus-Bibliothek aus Pergament und handgeschrieben.

Die erste Ester-Rolle stamme aus dem späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert und sei in einem sehr guten Zustand, so die Bibliothek. Die zweite, teilweise beschädigte Rolle sei möglicherweise bereits im 18. Jahrhundert entstanden und befinde sich in einem verzierten Messinggehäuse.

Die dritte Rolle, die im 20. Jahrhundert entstanden sei und den Text der Genesis enthält, stamme von der kleinen Gemeinschaft der Samaritaner, die nur die fünf Bücher Mose des Alten Testaments als Bibel anerkennen.

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