Viele Menschen haben Kerzen vor dem Haus der Getöteten aufgestellt.  (Foto: SWR)

Obduktionsergebnis nach Bluttat in Worms Opfer mit mehr als zehn Messerstichen getötet

Nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau in Worms haben die Ermittler jetzt Einzelheiten zur Obduktion bekannt gegeben. Demnach ist die 21-Jährige an mehreren Messerstichen gestorben.

Die Tote habe zehn bis fünfzehn Stich-und Schnittverletzungen - im Rücken, am Hals, in der Lunge und an den Händen, berichtet die Mainzer Staatsanwaltschaft. Einige wirkten wie Abwehrverletzungen.

Der mutmaßliche Täter, ein abgelehnter Asylbewerber aus Tunesien, sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Sein Motiv ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch unklar. Man erwäge, den Mann psychiatrisch begutachten zu lassen.

Täter stellt sich der Polizei

Der 22-Jährige hatte sich am Mittwochmorgen der Polizei gestellt. Er gab an, seine Freundin im Streit getötet zu haben. Die Leiche der jungen Frau wurde dann in ihrer Wohnung im Haus ihrer Eltern im Wormser Nordend gefunden.

Asylantrag abgelehnt

Der Verdächtige ist nach Angaben der Behörden seit Oktober 2017 in Deutschland und hat zuletzt keinen festen Wohnsitz gehabt. Er hatte in Baden-Württemberg einen Asylantrag gestellt, dieser wurde jedoch abgelehnt. Der 22-Jährige hatte demnach keine Aufenthaltsgenehmigung mehr, er war seit Montag zur Fahndung ausgeschrieben, weil er abgeschoben werden sollte.

Dauer

Haftstrafe wegen Diebstahls

Der 22-Jährige ist bereits vor der Tat polizeilich in Erscheinung getreten. 2018 habe er eine dreiwöchige Haftstrafe wegen Diebstahls abgesessen. Darüber hinaus wurde gegen ihn wegen Körperverletzung und wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Straftaten gegenüber der 21-jährigen Getöteten seien jedoch nicht bekannt, heißt es von Seiten der Polizei.

Freunde, Familie und Politik wollen gedenken

Freunde, Bekannte und alte Schulkameraden der Getöteten wollen am Samstag einen Trauermarsch abhalten. Nach Angaben einer Bekannten der Familie wollen sich die Teilnehmer am Abend auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Worms-Neuhausen treffen. Von dort aus wollen sie zum Wohnhaus der Getöteten ziehen. Eingeladen seien unter anderem der ansässige Pfarrer und Vertreter der Stadt.

Nach Angaben der Bekannten kann am Samstag jeder an dem Marsch teilnehmen, der seine Trauer, sein Unverständnis oder auch seine Anteilnahme zum Ausdruck bringen möchte.

Für Dienstag hat außerdem die AfD zur einer Mahnwache in Worms aufgerufen.

Dauer

Oberbürgermeister kondoliert

Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) hat der Familie des Opfers seine Anteilnahme ausgesprochen. Er sei tief betroffen über die Tat und in Gedanken bei der Familie der jungen Frau. Er rief die Wormser außerdem dazu auf, zusammenzuhalten, gemeinsam mit der Familie zu trauern und dieser einen Rückhalt zu geben. Gleichzeitig bittet er darum, respektvoll mit der "schrecklichen Situation" umzugehen. Er vertraue darauf, dass die Justiz für Gerechtigkeit sorgen werde.

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