Mainz, Trier, Koblenz: Tonne oder Sack? Mainz will Gelben Sack abschaffen

Gelbe Säcke sind praktisch und leicht. Sie können allerdings kaputt gehen, dann fliegt der Müll herum. Während andere Städte an ihren Gelben Säcken hängen, soll es in Mainz bald Gelbe Tonnen geben.

In der Stadt Mainz sollen die Gelben Säcke in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören. Sie machen den Müllwerkern nach Angaben des Entsorgungsbetriebes körperlich mehr zu schaffen als die Gelben Tonnen.

Diese sollen wohl 2021 in der gesamten Stadt eingeführt werden. "Aufgerissene oder unzureichend verschnürte Gelbe Säcke führen dazu, dass die Einsammlung der auf Gehwegen und Straßen verteilten Verpackungsabfälle zu erheblichem Mehraufwand und zusätzlicher körperlicher Belastung beim händischen Entfernen in gebückter Haltung führt", erklärt der städtische Entsorger. Über eine entsprechende Vorlage will der Stadtrat am Mittwoch entscheiden. Laut Stadt werden keine Mehrkosten für Bürger erwartet.

"In Anbetracht von mehreren Tausend zu verladenen Säcken pro Tag bedeutet diese Tätigkeit eine starke Belastung auf den gesamten Bewegungsapparat der Mitarbeiter", heißt es in Mainz. Zudem kämen vermehrt Erkältungen der in diesem Arbeitsbereich eingesetzten Mitarbeiter hinzu. "Hinzu kommt, dass die am Vorabend herausgestellten Gelbe Säcke oftmals nass sind und somit Arbeitskleidung und Handschuhe sehr schnell durchnässen", erklärt ein Sprecher. Daher seien Behälter aus Sicht des Arbeitsschutzes der Sacksammlung vorzuziehen. In Mainz gibt es auch jetzt schon Gelbe Tonnen, wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr sagt - zum Beispiel in großen Wohnanlagen.

Mainz will gelben Sack abschaffen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Volkmar Heinz)
Andere Städten halten meist am Gelben Sack fest Volkmar Heinz

Trier, Kaiserslautern und Koblenz bleiben beim Gelben Sack

In Trier gibt es ausschließlich Sacksammlungen. "Trier ist eine alte Stadt, da stehen Tonnen im Keller", eine Sprecherin des Zweckverbands Abfallwirtschaft. "Die Bereitschaft ist nicht hoch, dass man auch noch zusätzlich eine Gelbe Tonne hochhieven muss."

Auch Kaiserslautern nutzt den Gelben Sack: Diese Entscheidung müsste die Stadt treffen. Jedoch werde der Sack in letzter Zeit oft für die kostengünstige Entsorgung von Restabfällen genutzt, sagt Prokurist der Jakob Becker Entsorgungs-GmbH, Marc Grutza. Die durchsichtigen Säcke seien da die beste Möglichkeit für Fahrer und Lader, mögliche Störstoffe zu erkennen.

Koblenz bleibt den gelben Säcken treu. "Bei uns sind keine Gelben Tonnen geplant. Wir haben noch die Gelben Säcke", sagt der Koblenzer Stadtsprecher Heiko Breitbarth. Der auch für die Müllabfuhr zuständige Kommunale Servicebetrieb Koblenz sehe vor allem einen Nachteil: Platzmangel. "Bei Mehrfamilienhäusern müssten es dann mehrere Gelbe Tonnen sein, erklärt Breitbarth.

Bad Kreuznach macht es vor

Bad Kreuznach macht es anders: Es gibt zwar Ausnahmen, die Stadt nutzt aber meistens die Gelbe Tonne. "Die sind einfacher wegzubringen", sagt Bürgermeister Wolfgang Heinrich (SPD). "Nur in den kleinen, verwinkelten alten Gassen können sie die Tonne nicht hinstellen." Der Bürgermeister schätzt, dass etwa zu 90 Prozent Tonnen verwendet werden, sonst Säcke.

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