Eine schwangere Frau mit Ultraschallbild (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)

Bessere Geburtshilfe in Rheinland-Pfalz Landtag will mehr Hebammenzentralen

Nicht selten suchen Schwangere verzweifelt nach einem der stark nachgefragten Geburtsvorbereitungskurse. Werdende Mütter sollen nach dem Willen des rheinland-pfälzischen Landtags jetzt besser unterstützt werden.

Die Regierungsfraktionen von SPD, FDP und Grünen wollen, dass weitere Hebammenzentralen im Land eingerichtet werden. Sie haben einen entsprechenden Antrag am Donnerstag verabschiedet.

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Solche Hebammenzentralen können nach Darstellung der Fraktionen die Vermittlung von Hebammen übernehmen, Geburtsvorbereitungskurse anbieten und werdende Mütter beraten. Derzeit gibt es Modell-Hebammenzentralen in Daun und Trier, die mit jährlich rund 25.000 Euro von der Landesregierung gefördert werden.

Hintergrund ist, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Geburtskliniken in Rheinland-Pfalz geschlossen wurden. Nach Meinung von SPD, FDP und Grünen können Hebammenzentralen dabei helfen, dass die werdenden Mütter trotzdem weiter fachlich gut beraten werden. Die CDU-Opposition dagegen forderte, dass die Landesregierung den Krankenhäusern mehr Geld gibt, um Geburtshilfestationen zu erhalten. Dieser Antrag wurde abgelehnt.

Hebammenkreißsäle für mehr Selbstbestimmung

Die Ampel-Fraktionen wollen die Geburtshilfe außerdem mit von Hebammen geleiteten Kreißsälen verbessern. Über diese Kreißsäle werde an dem Runden Tisch "Geburtshilfe Rheinland-Pfalz" beraten, kündigte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) an.

Zustimmung kommt vom Landesverband der Hebammen. Die Kreißsäle stärkten die Selbstbestimmung der Frauen und führten unter anderem zu einem Rückgang der Kaiserschnitte sowie längeren Stillzeiten, lobte der Verband in einer Mitteilung.

Mehr Personal und bessere Ausstattung gefordert

Bätzing-Lichtenthäler kündigte außerdem einen Bundesratsantrag zur Stärkung der Geburtshilfe an. Die Bundesregierung solle darin aufgefordert werden, zeitnah die Arbeitsbedingungen und die Personalausstattung mit einem Gesetz zu verbessern. Die im neuen Krankenhausplan vorgesehenen 30 geburtshilflichen Abteilungen sähen eine gut erreichbare und qualifizierte hochwertige Versorgung vor, sagte die Ministerin.

Christoph Gensch von der oppositionellen CDU-Fraktion warf der Landesregierung vor, seit Jahren zu wenig Geld in die Krankenhäuser zu investieren und damit dazu beigetragen haben, dass in den vergangenen Jahren 17 Geburtsstationen im Bundesland schließen mussten.

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