EinThermometer wird gegen die Sonne gehalten.  (Foto: dpa Bildfunk, Sven Hoppe)

Neue Studie Mehr Tropennächte in der Innenstadt?

In der Mainzer Innenstadt wird es laut einer Studie in den kommenden Jahren immer heißer. Die Forscher sprechen von großen Herausforderungen.

In 50 Jahren ist die Mainzer Innenstadt unbewohnbar. Die heißen Sommertage lassen die Temperaturen in den Häuserschluchten auf 45, vielleicht 50 Grad steigen. Der Rhein ist nur noch ein Rinnsal, viele ehemalige Geschäfte stehen leer, weil sich niemand mehr in die überhitzte City traut. Das ist ein Zukunfts-Szenario, das nicht undenkbar ist.

Düstere Prognosen

Experten des Fachzentrums Klimawandel und Anpassung, des Deutschen Wetterdienstes, der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen und der Stadt Mainz haben die Folgen des Klimawandels für die Städte Mainz und Wiesbaden untersucht. Sie stufen die Prognose für die Mainzer Innenstadt als düster ein.

Vor allem Neustadt und Altstadt betroffen

Im Zeitraum zwischen 2031 und 2060 müssten Bürgerinnen und Bürger beispielsweise jährlich mit 35 Tropennächten rechnen, in denen es wärmer als 20 Grad ist. Besonders betroffen sind nach Ergebnissen der Studie die Alt- und die Neustadt, auch, weil hier zukünftig besonders viele alte Menschen leben werden. Die Studie hat zum einen die Auswirkungen des Klimawandels auf die dicht bebaute Innenstadt untersucht. Zum anderen wurde analysiert, wie stark einzelne Bevölkerungsgruppen von der körperlich belastenden Hitze betroffen sind.

Auch Frischluftschneisen wurden untersucht

Bei ihren Forschungen stellten die Experten auch fest, dass ein Teil der Frischluft in Mainz von Wiesbaden aus in die Stadt strömt. Bisher ging man davon aus, dass die Frischluft ausschließlich von den Höhenlagen auf rheinland-pfälzischer Seite in die Stadt fließt. Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass sich die bisher eher klimabegünstigten Gebiete wie der Ober-Olmer Wald, einem Waldgebiet in Rheinhessen, zukünftig vergleichsweise stärker erhitzen werden als die Innenstadt. So prognostizieren die Experten auch im Wald jährlich 21 Tropennächte.

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