In einem anynonymen Brief werfen Mitarbeiter der Stadt Mainz unter anderem Korruption vor. (Foto: SWR)

Anonymer Brief Mainzer Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe

Nachdem ein anonymer Brief in Mainz den Stadtvorstand und Geschäftsführer der stadtnahen Gesellschaften belastet, prüft jetzt die Mainzer Staatsanwaltschaft, ob ermittelt werden muss. Es geht auch um Korruption.

Das fünfseitige Papier, das dem SWR vorliegt, wurde angeblich von langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verfasst und per Post an verschiedene Medienvertreter verschickt.

Auch die Mainzer Staatsanwaltschaft wurde über die angeblichen Missstände und Verfehlungen in der Mainzer Stadtverwaltung informiert. Es werde nun geprüft, ob ein Anfangsverdacht einer Straftat bestehe, so die Leitende Oberstaatsanwältin Keller. Das Schreiben sei als anonyme Strafanzeige erfasst und einem Staatsanwalt zur Bearbeitung zugewiesen worden, so Keller. Ob Ermittlungen aufgenommen werden, stehe noch nicht fest.

Stadt prüft rechtliche Schritte

Die Stadtverwaltung hat auf das Schreiben reagiert. Sie bezeichnet den anonymen Brief als ein so wörtlich "Sammelsurium an Behauptungen und konfusen Unterstellungen mit dem Ziel, der Stadt, der Verwaltung und den dort handelnden Personen Schaden zuzufügen". Die Stadt prüft strafrechtliche Schritte gegen den oder die Verfasser.

Vorwürfe gegen Mainzer OB

Dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) wird in dem Schreiben unter anderem Vorteilsnahme vorgeworfen. Außerdem werde seine Hemmschwelle, Dienstvergehen anzuordnen immer geringer, so der oder die anonymen Schreiber.

Geschäftsführer soll geschmiert worden sein

Mehrere Geschäftsführer stadtnaher Gesellschaften werden beschuldigt, sich bereichert zu haben, zum Nachteil der Stadt Mainz. Einem Geschäftsführer wird zum Beispiel vorgeworfen, er habe sich schmieren lassen. Ein anderer soll 13 Wohnungen und zwei Häuser zu einem günstigen Preis gekauft und teuer wieder verkauft haben.

Die Vorwürfe des oder der anonymen Schreiber sind zum Teil sehr konkret, teilweise aber auch vage und difus. Um konkreter darüber zu berichten, bedarf es einer weiterführenden Recherche.

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