Hund macht auf eine Wiese (Foto: SWR)

Landwirte in Rheinland-Pfalz warnen Hundekot auf Weiden gefährlich für Nutztiere

Wenn der Hund im Feld mal muss, denken sich Hundehalter: Kein Problem - man ist ja im Grünen. Doch Hundekot auf Weiden ist ein hygienisches Problem, warnen Landwirte in Rheinland-Pfalz.

Landwirte in Rheinland-Pfalz wehren sich gegen Hundekot auf ihren Weiden und Feldern. Viele Hundehalter seien sich der Folgen von Hundekot auf den Flächen nicht bewusst, sagte ein Sprecher des Bauern- und Winzerverbands Süd. "Es besteht Aufklärungsbedarf." Auch der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau klagt über die Hundehalter: "Wir haben den Eindruck, dass es - wie überall - sehr uneinsichtige Menschen gibt", sagte ein Sprecher.

Schild weist mit "Hier werden Nahrungsmittel produziert" darauf hin, dass Hunde das Feld nicht als Toilette benutzen sollen (Foto: SWR)

Der Hundekot sei ein hygienisches Problem, warnen die Landwirte. Die Landwirte fürchten, dass der Kot Futtermittel verunreinigt. Im schlimmsten Fall könne er zu Fehlgeburten bei trächtigen Rindern führen.

"Die Leute denken: 'Es ist ein freies Feld' - und sammeln den Kot nicht ein."

Willi Enders, Vorsitzender der Mainzer Stadtbauern

Davor warnt auch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Infizierte Hunde können mit dem Kot die Eier des Parasiten Neospora caninum bis zu drei Wochen abgeben und somit andere empfängliche Tierarten als Zwischenwirte anstecken. Als natürliche Zwischenwirte sind bislang Rinder, Büffel, Schafe, Ziegen, Pferde, Füchse und auch der Hund selbst bekannt.

Wird ein ungeborenes Kalb angesteckt, kann es zu einer Fehlgeburt kommen, erklärt Prof. Ute Mackenstedt im SWR-Aktuell-Interview. Sie ist Parasitologin an der Universität Hohenheim.

Zwar werden auch Kuhweiden regelmäßig gedüngt. "In der Gülle sind aber keine Parasiten oder andere für Nutztiere schädlichen Stoffe enthalten", erklärt Prof. Thore Toews von der Technischen Hochschule Bingen. Besonders groß sei das Problem auf Weiden, die nah an Ortschaften liegen, weil hier viele Hundebesitzer ihre Tiere frei herumlaufen ließen. Hundekot auf Ackerflächen sieht der Agrarwissenschaftler vor allem als hygienisches Problem.

Hunde sollen angeleint werden

Mit Flyern im Internet und Schildern am Feldrand wollen die Landwirte Hundehalter über die Gefahren des Hundekots aufklären. Auch rund um Mainz ist die Problematik ein Dauerthema. Landwirte hatten dort gemeinsam mit der Stadt rund 90 Schilder aufgestellt, darunter auch solche, auf denen Hundehalter gebeten werden, ihre Hunde nicht auf die Felder laufen zu lassen.

Aber das fruchte wenig, sagte Willi Enders, Vorsitzender der rund 160 Mainzer Stadtbauern. Enders baut Kartoffeln, Zuckerrüben und Getreide an. An seinen Lebensmitteln seien bislang keine Verunreinigungen festgestellt worden, sagte der Landwirt. An Hundehalter richtete er deutliche Forderungen: "Hunde anleinen und bitte auf dem Weg bleiben."

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