Alexander Schweitzer (Foto: dpa Bildfunk, Andreas Arnold)

Landesfraktionsvorsitzender zur SPD-Führung Schweitzer: "Uns steht ein Marathon bevor"

Um den SPD-Bundesvorsitz schwirren aktuell viele Namen - einer davon ist der des rheinland-pfälzischen Fraktionsvorsitzenden. Im SWR-Interview äußerte er sich zur Idee der Doppelspitze und einer möglichen Bewerbung von Juso-Chef Kühnert.

Die SPD-Führung hatte gestern entschieden, dass sie eine Doppelspitze in der Parteiführung ermöglichen und die Mitglieder über die Vorsitzenden abstimmen lassen will. Alexander Schweitzer, SPD-Fraktionsvorsitzender im rheinland-pfälzischen Landtag nennt das ein "sehr modernes Verfahren" - und einen "Marathon". "Aber die SPD ist auch in einer Situation, in der sie sportliche Höchstleistung braucht, um wieder richtig gut zu werden", sagte er dem SWR. Eine Doppelspitze sieht er positiv, es passe gut in die Zeit, nicht an eine Person "Heilserwartungen zu haben", sondern als Team zu arbeiten.

Dauer

Schweitzer selbst lässt offen, ob er für den SPD-Vorsitz kandidieren wird. Eine Antwort stehe "jetzt noch nicht" an, sagte er. Der 45-Jährige ist seit 2014 Fraktionsvorsitzender im Landtag, vor eineinhalb Jahren wurde er in den Bundesvorstand der Genossen gewählt. Er gilt als guter Redner, ist vor allem aber im Land bekannt.

Kevin Kühnert könnte kandidieren

Die Frage nach einer Doppelspitze sei weniger eine des Prinzips, als eine die stark von den Persönlichkeiten abhänge. Zu konkreten Namen wollte er sich aber nicht äußern - viele würden jetzt kursieren. So auch der von Juso-Chef Kevin Kühnert. "Ich glaube, wir werden am Ende einen guten Kandidatenreigen bekommen und vielleicht ist auch Kevin Kühnert dabei", sagte Schweitzer.

Generell sagte er aber, sei eine Erneuerung der SPD nicht nur von Personalentscheidungen abhängig. "Wir brauchen auch wieder eine programmatische Klarheit, die viele Menschen bei uns vermissen", sagte Schweitzer. Und das sei eben nichts, was man einzelnen Menschen aufladen könne - sondern eine Aufgabe, bei der alle Sozialdemokraten mithelfen müssen.

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