Afrikanische Flüchtlinge haben in der St. Pauli Kirche in Hamburg ihre Schlafplätze auf dem Kirchenboden vorbereitet. (Foto: SWR)

Konflikt um Kirchenasyl Durchsuchungen bei fünf Kirchengemeinden im Hunsrück

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach hat am Donnerstag im Rhein-Hunsrück-Kreis die Kirchenräume von fünf Pfarreien durchsucht. Das bestätigte die Behörde dem SWR. Den Pfarrern wird Beihilfe zum illegalen Aufenthalt vorgeworfen.

Die Geistlichen hatten abgelehnten Asylbewerbern Kirchenasyl gewährt. Weil damit im Sommer eine Abschiebung der Asylbewerber verhindert worden war, hatte der zuständige Landrat Marlon Bröhr (CDU) Anzeige erstattet.

Vor knapp fünf Monaten hatte die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Pfarrerinnen, drei Pfarrer und neun Flüchtlinge aus dem Sudan eingeleitet. Dabei steht der Vorwurf im Raum, mit dem Kirchenasyl hätten die Pfarrer Beihilfe zum illegalen Aufenthalt geleistet.

Sensible Daten beschlagnahmt

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, hatte sie die Pfarreien gebeten, Unterlagen zu den Fällen vor Ort einsehen zu dürfen. Weil die Pfarrer sich bis jetzt nicht geäußert hätten, habe man bei einem Richter nun die Durchsuchung beantragt.

Dabei seien auch Daten von Computern kopiert worden. Weil diese teilweise sensible Seelsorge-Informationen enthielten, werde man die Daten demnächst gemeinsam mit den Pfarrern und ihren Anwältinnen sichten.

Kirche will Beschwerde einlegen

Die Rheinische Landeskirche spricht von einer unverhältnismäßigen Maßnahme, gegen die man offiziell Beschwerde einlegen werde.

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