Kommunalwahl in Rheinhessen Überraschungen auch in kleineren Gemeinden

Die Kommunalwahl hat nicht nur in den größeren Städten für Überraschungen gesorgt. Im rheinhessischen Essenheim wurde beispielsweise der derzeitige Ortsbürgermeister geradezu abgestraft.

Hans-Erich Blodt (Foto: privat)
20 Jahre lang war Hans-Erich Blodt Bürgermeister in Essenheim. Jetzt wurde er nicht wiedergewählt. privat

In Essenheim gibt es bislang einen SPD-Ortsbürgermeister. Hans-Erich Blodt heißt der Mann und seit 20 Jahren macht er den Job. Jetzt ist er nicht wiedergewählt worden. Und das, obwohl es keinen Gegenkandidaten gab. 50 Prozent der Stimmen hätte er gebraucht, er kam aber nur auf 49,4 Prozent und jetzt muss Essenheim innerhalb der nächsten drei Monate neu wählen.

Dem SWR sagte Blodt, er wisse nicht, ob er dann nochmal antrete. Und er verstehe auch nicht, dass er nicht gewählt wurde. Seiner Meinung nach hätten die Freien Wähler (FWG) und die CDU Stimmung gegen ihn gemacht, teilweise bösartig.

Nach Abwahl von Blodt will Schott ran

Nach der Niederlage von Blodt bringt sich jetzt ein Parteikollege in Stellung. Alexander Schott, ebenfalls von der SPD, will bei einer neuen Ortsbürgermeisterwahl antreten. Wie Schott dem SWR mitteilte, hatte er schon vorher Interesse sich zur Wahl zu stellen. Der SPD-Ortsverein hatte sich jedoch für Hans-Erich Blodt entschieden.

Wahlsieg für FWG in Nieder-Olm

Eine Überraschung gab es auch in der Stadt Nieder-Olm: Da trat der bisherige SPD-Bürgermeister Dieter Kuhl nicht mehr an. Überraschenderweise bekam aber nicht sein Parteikollege Franz-Josef Schatz die meisten Stimmen, sondern mit 42 Prozent der politisch eher unerfahrene Dirk Hasenfuss von der FWG. Ob er Stadtbürgermeister wird, entscheiden die Nieder-Olmer in einer Stichwahl am 16. Juni.

Stichwahl auch in Nierstein

Auch in Nierstein müssen die Wähler Mitte Juni noch einmal an die Urnen. Der langjährige Stadtbürgermeister Thomas Günther (CDU) trat nicht mehr an. Aber weder der CDU-, noch der SPD-Kandidat hatte die Nase vorn, sondern Jochen Schmitt von der FWG und Thomas Gehring von der Gruppe NEU. Insgesamt hatte die Gruppe NEU offensichtlich von der Diskussion um die ursprünglich geplante Offroad-Strecke im Rhein-Selz-Park profitiert. Zwei NEU-Kandidaten, die in den Stadtrat gewählt wurden, hatten erfolgreich gegen die Offroad-Strecke geklagt und vorher bereits gegen die Niersteiner Pläne in einer Bürgerinitiative gekämpft.

Jertz siegt deutlich in Oppenheim

Der Oppenheimer Bürgermeisterkandidat Walter Jertz (Foto: SWR)
Der frühere Bundeswehr-General Walter Jertz wird Nachfolger von Marcus Held

Der Unmut über die Lokalpolitik zeigt sich auch in der Nachbarstadt Oppenheim: Der parteilose Kandidat Walter Jertz erreichte 88,4 Prozent der Stimmen. Jertz war im Juni 2018 zum Bürgermeister der Stadt gewählt worden. Er hatte die Nachfolge von Marcus Held (SPD) angetreten, der unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten war.

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