Kommentar "Irgendwie riecht es wieder nach Handkäse in Mainz..."

Seit Montag ist Manuela Matz neue Mainzer Wirtschaftsdezernentin. Eine CDU-Frau mitten in der Ampel-Koalition. Zur Begrüßung wurde ihr ein Blumestrauß geschenkt und Kompetenzen weggenommen. Jobs, die bislang dem Wirtschaftsdezernat zugeordnet waren, hat die Ampel noch vor Matz' Amtsantritt anderweitig verteilt. So wird Matz nicht mehr Geschäftsführerin der Zentralen Beteiligungsgesellschaft (ZBM) sein. Und auch im Aufsichtsrat der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) wird Matz nur noch Gast sein. Ein Kommentar von Studio Mainz-Redakteur Markus Volland:

Portrait Markus Volland, Studio Mainz (Foto: SWR, Daniel Brusch)
Markus Volland Daniel Brusch

Was macht ein Handwerker ohne Werkzeug? Richtig! Der macht nichts. Wie auch? Ihm fehlt ja das Werkzeug. Genau so muss sich die neue Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz von der CDU gerade fühlen.

Durch einen Affront ihres Vorgängers Christopher Sitte von der FDP gegen seine eigene Partei ist sie ins Amt gekommen. Dafür kann sie nichts, jetzt muss sie aber zeigen, dass sie den Job kann. Daran wird sie aber gehindert, weil sie nicht alles machen kann, was ihr Vorgänger gemacht hat.

Sitte war noch Geschäftsführer der Zentralen Beteiligungsgesellschaft der Stadt Mainz, ZBM. Dort sind alle wichtigen städtischen Gesellschaften zusammengefasst. Stadtwerke, Grundstücksverwaltungsgesellschaft, Citymarketing - Geld und Macht, da spielt die Musik. Manuela Matz wird dort nicht Geschäftsführerin sein.

Warum wohl? Gibt es dort Geheimnisse, von denen Matz nichts wissen soll? Oder will sich die Ampelkoaltion einfach nicht von einer CDU-Frau in die Karten schauen lassen, ihr Ding genauso durchziehen wie bisher?

Der Verdacht liegt nahe, denn statt Matz soll Franz Ringhoffer in die ZBM nachrücken - ein FDP-Mann. Die Liberalen haben ihren Dezernentenposten verloren, zum Ausgleich gibt es ein anderes Pöstchen. Irgendwie riecht das nach Käse, nach Handkäse - und ich dachte, diese Zeiten seien lange vorbei.

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