Waldschäden (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Thomas Frey/dpa)

Klimawandel hinterlässt Spuren in rheinland-pfälzischen Wäldern Millionenhilfe zum Schutz des Waldes

Rheinland-Pfalz ist eines der waldreichsten Bundesländer. Doch die Mehrzahl der Bäume ist geschädigt. Experten aus Politik, Forstwirtschaft und Naturschutzverbänden haben sich auf ein Konzept zur Soforthilfe geeinigt.

Land, Kommunen und private Forstbesitzer haben bei einem Spitzentreffen in Mainz Millionenhilfen zum sofortigen Ausgleich von Schäden und ein Konzept für den dauerhaften Schutz des Waldes vereinbart.

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"Die Erde hat Fieber und der Wald hat Atemnot - das ist keine Übertreibung", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vor der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung am Dienstag.

Wald soll dauerhaft geschützt werden

Starkregen, Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer hätten im Wald Spuren hinterlassen. Neben den materiellen Schäden müsse der Wald in seiner Bedeutung als "CO2-Speicher und -Senker" dauerhaft geschützt werden. Die Landesregierung hat bereits im Mai Gemeinden, Kreisen und privaten Besitzern Unterstützung für den Ausgleich von Schäden zugesagt - 3,5 Millionen Euro in diesem und im nächsten Jahr.

Für den Ausgleich von wirtschaftlichen Schäden im Staatswald sind schon jährlich sieben Millionen Euro im Landeshaushalt vorgesehen. Kommunen und Privatbesitzer verpflichten sich dazu, den Wald durch eine nachhaltige Forstwirtschaft anpassungsfähiger zu machen. Die besonders massiv vom Borkenkäfer attackierte Fichte habe wohl keine bleibende Zukunft in Rheinland-Pfalz, sagte der Vorsitzende des Landkreistags, Günther Schartz (CDU), nach dem Treffen, an dem auch Naturschutzverbände wie BUND, Nabu und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald teilnahmen.

Einigung auf Eckpunkte

Neben der akuten Finanzhilfe einigten sich Landesregierung, kommunale Spitzenverbände und der Waldbesitzerverband auch auf Eckpunkte für die Zukunft: mehr Mischwald, mehr klimabezogene Forschung und personelle Verstärkung, um die Wälder gegen Trockenheit, Stürme und andere Extremwetter zu stärken.

"Wir wünschen uns etwas mehr", sagte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes für Rheinland-Pfalz, Christian Keimer. Als Soforthilfe sei die Unterstützung des Landes aber bedeutsam.

Für die Naturschutzverbände BUND und Nabu ist die Erklärung in vielen Punkten noch vage. Als ökologische Bedingungen forderten beide Landesverbände unter anderem eine Festschreibung, welche standortgerechten Baumarten angepflanzt werden dürften.

Rheinland-Pfalz ist eines der waldreichsten Bundesländer in Deutschland. Mehr als 40 Prozent der Landesfläche sind mit Wald bedeckt.

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