Kanufahrer auf der Slamlomstrecke im Salinental.  (Foto: SWR)

Kanuslalom und Trampolinturnen Hoffnung für Bundesnachwuchsstützpunkte in Bad Kreuznach?

Die Bundesnachwuchsstützpunkte Kanuslalom und Trampolinturnen in Bad Kreuznach sollen dicht machen. Die Landesregierung hat angekündigt, diese Entscheidung des Bundes nicht einfach hinzunehmen.

Wut und Enttäuschung - nachdem in Bad Kreuznach am Donnerstag die Entscheidung des Bundesinnenministeriums die Runde machte: die Bundesnachwuchsstützpunkte für Kanuslalom im Salinental und für das Trampolinturnen sollen nicht mehr finanziell unterstützt werden. Grund sind Sparmaßnahmen.

Unter anderem sollen die deutschlandweit vier Stützpunkte im Kanusport auf drei reduziert werden. Deswegen stellt das Ministerium offenbar die Förderung für die Stützpunkte ein, die es für verzichtbar erachtet. Der Kanu-Kader in Bad Kreuznach sei zu klein, teilte man Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer (SPD) mit.

Kanuslalom-Stützpunkt im Salinental  (Foto: SWR)
Im Salinental trainierte bislang der talentierte Nachwuchs im Kanuslalom.

"Katastrophe für die Sportstadt Bad Kreuznach"

Dies sei eine Katastrophe für Bad Kreuznach, so die Stadtchefin in einer ersten Reaktion. Wenn die Förderung der beiden Stützpunkte durch den Bund wegfalle, sei dies ein herber Rückschlag für die Sportstadt Bad Kreuznach. Damit entfalle neben dem Fördergeld auch das gut ausgebaute Netzwerk von Vereinen, das sich um die beiden Einrichtungen etabliert habe.

Hoffnung stirbt zuletzt

Die Stadt Bad Kreuznach hat nun angekündigt, zusammen mit dem Land Rheinland-Pfalz noch einmal mit dem Bund über die Zukunft des Standortes und über andere Fördermöglichkeiten zu sprechen.

Der rheinland-pfälzische Innenstaatssekretär, Günter Kern (SPD), zeigt sich im SWR Interview über die Entscheidung überrrascht. Er sieht aber durchaus noch Chancen, die Standorte doch zu erhalten. "Wir werden gemeinsam mit den Landessportbünden uns das genau anschauen und auch intervenieren." . Zumindest was das Trampolinturnen betrifft, sieht er gute Möglichkeiten, die Gründe des Bundessportministeriums auszuhebeln. Auch beim Kanu-Sport wolle man intervenieren, so Kern.

Trampolinturnerin Anna Dogonadze (Foto: picture-alliance / dpa)
Eine der erfolgreichsten Trampolinturnerinnen der Welt, Anna Dogonadze, hat im Bad Kreuznacher Stützpunkt trainiert.

Sportler überrascht und enttäuscht

Auch für viele der betroffenen Sportler ist die Entscheidung nach eigenen Angaben völlig überraschend gekommen. Nachdem sich die Stadt und der Deutsche Kanu-Verband für den Erhalt der Stützpunkte eingesetzt hatten, sei man eigentlich sehr zuversichtlich gewesen, dass sich die Schließung noch abwenden lasse.

Sollte sich nichts ändern, werden die Bundesstützpunkte in Bad Kreuznach zum 1. Januar 2019 geschlossen.

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