Viele Entlassungen geplant? Budgetgespräche an der Mainzer Universitätsmedizin

Die chronisch defizitäre Mainzer Uniklinik muss sparen. Der neue kaufmännische Direktor berät sich nun mit den leitenden Ärzten wie das gehen könnte. Seine Kahlschlag-Pläne, die er vor Weihnachten präsentierte hat er inzwischen zurückgenommen.

Seit Jahren schreibt die Mainzer Universitätsmedizin rote Zahlen. Für das vergangene Jahr rechnet sie mit einem Minus von 40 Millionen Euro erwartet. Der neue kaufmännische Vorstand Christian Elsner will sich deshalb jetzt mit den Leitern der klinischen Einrichtungen zusammensetzen, um mit ihnen über die finanzielle Ausstattung zu sprechen. Nach Informationen des SWR verhandeln die Leiter der Klinikeinrichtungen darüber, wie viel Geld und Personal ihnen im laufenden Jahr zur Verfügung stehen werden.

Sparidee: 400 Ärzte entlassen

Kur vor Weihnachten sorgten die ersten Sparpläne des kaufmännischen Vorstands für große Aufregung unter den Ärzten der Uniklinik. Wie der SWR erfuhr, hatte der kaufmännische Vorstand seine Ideen in einem internen Schreiben bekannt gegeben.

Ein leitender Arzt der Unimedizin bestätigte dem SWR, dass das Papier im Kern vorsah, insgesamt etwa 400 Ärzte aus mehreren Bereichen zu entlassen. Teilweise sollten 70 Prozent des behandelnden Personals gestrichen werden. Mittlerweile wurde das Papier wieder zurückgenommen.

Aufsichtsratschef: Keine betriebsbedingten Kündigungen

Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro (SPD) schloss betriebsbedingte Kündigungen aus. Möglicherweise mache Elsner jedoch Vorschläge, "die von den Einrichtungen als sehr sparsam angesehen werden. Das ist aber auch legitim angesichts des hohen Defizits." Zu früheren Angaben der Uniklinik, zunächst etwa 40 frei werdende Vollzeitstellen abzubauen, erklärte Barbaro, dies sei realistisch.

Kritik der CDA: organisierte Verantwortungslosigkeit

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) der CDU warf der rot-gelb-grünen Landesregierung mit Blick auf angeblich zu streichende Ärztestellen vor, sich einer ausreichenden Finanzierung der Uniklinik zu verweigern. Barbaro wies dies zurück: Das Land dürfe nur für Infrastruktur und Forschung Geld überweisen - die Mediziner dagegen würden von den Krankenkassen finanziert. Die Uniklinik zählt laut Barbaro insgesamt rund 8.000 Beschäftigte.

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