Der scheidende Mainzer Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP) (Foto: SWR)

Jobangebot aus freier Wirtschaft Mainzer Wirtschaftsdezernent Sitte hört überraschend auf

Der Mainzer Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP) wird am Mittwoch nicht wie eigentlich geplant zur Wiederwahl antreten. Er will den Job wechseln. In der Ampel-Koalition kommt das nicht gut an.

Auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz am Montagabend begründete der FDP-Politiker seinen Schritt mit einem Jobangebot aus der freien Wirtschaft. Sitte war acht Jahre lang Wirtschaftsdezernent in Mainz. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, sagte Sitte. Die Arbeit als Wirtschaftsdezernent habe ihm Spaß gemacht.

Sitte sagte, er werde zukünftig in Frankfurt im Finanzdienstleistungsbereich arbeiten. Den Namen des Unternehmens wollte der FDP-Politiker noch nicht nennen. Die Fraktionen im Stadtrat beraten derzeit das weitere Vorgehen. Sitte war der Kandidat der FDP, die von seiner Entscheidung offenbar ebenso überrascht wurde wie die Öffentlichkeit.

"Verrat an Partei, Fraktion und Koalition"

Die Reaktionen auf den überraschenden Rückzug fielen deutlich aus. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Walter Koppius sprach von "Verrat an Partei, Fraktion und Koalition". Gleichzeitig betonte er: "Die Ampel steht". Im Mainzer Stadtrat regiert eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen. Scharfe Kritik übte auch Finanzdezernent Günter Beck (Grüne) Er nannte die Entscheidung Sittes "unverantwortlich und unkollegial".

"Das ist unterste Schublade."

Finanzdezernent Günter Beck (Grüne)

Etwas moderater äußerte sich Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Sittes Ankündigung zwei Tage vor der Dezernentenwahl sei "zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt" gekommen. Solch eine Entscheidung über einen Jobwechsel würde ja nicht über Nacht reifen, so Ebling im SWR.

Möglich ist auch, dass die Wahl verschoben wird. Dafür braucht es im Stadtrat eine Zweidrittelmehrheit.

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