Eine private Drohne fliegt in knapp zehn Metern Höhe. In weiter Entfernung ist ein Flugzeug zu sehen.  (Foto: dpa Bildfunk)

DFS testet neues Abwehrsystem Doppelt so viele Drohnen am Frankfurter Flughafen 2018

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) schätzt, dass knapp eine Million Drohnen im deutschen Luftraum unterwegs sind. Piloten berichten von mehr Behinderungen. Jetzt wurde eine Abwehrstrategie vorgestellt.

Die Drohne ist vom Boden aus nur ein kleiner Punkt am Winterhimmel. "Sie könnte aber ein Flugzeug zum Absturz bringen", sagt Bundeswehr-Experte Peter Pörsch. Bemerkt ein Pilot eine Drohne, so informiert er über Sprechfunk den Fluglotsen. Dieser gibt die Meldung nachfolgenden Piloten und der Polizei weiter. Drohnen können nicht durch Radar erfasst werden.

Abwehrdrohnen mit Fangnetzen

Die Deutsche Flugsicherung und die Bundeswehr haben diese Woche ein neues Verfahren zur Drohnenabwehr getestet. Wenn eine private Drohne am Himmel auftaucht, heftet sich eine Abfangdrohne an ihre Spur und schießt den Eindringling mit einem Fangnetz vom Himmel.

Doppelt so viele Meldungen in Frankfurt

Die Deutsche Flugsicherung hat im vergangenen Jahr bundesweit 158 Behinderungen des regulären Luftverkehrs durch Drohnen registriert. Das sind etwa 80 Prozent mehr als noch 2017 - dem bisherigen Rekordjahr mit 88 Störungen. Laut Gesetz müssen Drohnen die Umgebung etwa von Flughäfen, Menschenansammlungen oder Wohngebieten meiden.

Flughafen Frankfurt (Foto: SWR)
Am Frankfurter Flughafen tauchen immer häufiger Drohnen auf.

Im Großraum des Frankfurter Flughafens gab es nach Angaben der Deutschen Flugsicherung im vergangenen Jahr 31 Behinderungen durch Drohnen und Modellflugzeuge. 2017 waren es noch 15. Der Flughafen habe aber noch nie wegen einer Drohne geschlossen werden müssen, wie beispielsweise London-Gatwick.

Vor Weihnachten waren an dem britischen Flughafen etwa 1.000 Flüge mit 140.000 Passagieren ausgefallen, weil Drohnen wiederholt gesichtet wurden. Sie legten den Flugverkehr fast drei Tage lang lahm.

DFS fordert Registrierung

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) fordert eine Registrierung und elektronische Erkennbarkeit aller Drohnen. Drohnen könnten beispielsweise mit einer SIM-Karte ausgestattet werden und über das Mobilfunknetz ein Signal aussenden. Dann wären die Flugobjekte für die Flugsicherung und andere Behörden erkennbar.

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