Ein Patient wird durch Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes von der Notaufnahme verlegt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Andreas Arnold/dpa)

Hygiene-Maßnahmen festgelegt Unimedizin und Flughäfen bereiten sich auf Coronavirus vor

Nach dem Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit in China bereitet sich die Mainzer Unimedizin auf mögliche Krankheitsfälle vor. Grund sei die Nähe der Klinik zum Frankfurter Flughafen, hieß es.

Der Frankfurter Airport sei ein wichtiges globales Luftverkehrsdrehkreuz mit Verbindungen nach China, teilte die Klinik am Freitag mit. Daher seien Vorkehrungen für den Fall getroffen worden, dass das erstmals im chinesischen Wuhan aufgetretene neue Coronavirus bei einer Patienten-Notaufnahme festgestellt werde. Man habe etwa Hygiene-Maßnahmen festgelegt. Die Unimedizin stehe in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, um bei Bedarf schnell zu reagieren.

Fraport: Bisher keine Verdachtsfälle

Auch Fraport, der Betreiber des Flughafens in Frankfurt, steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit den Gesundheitsbehörden. Der Pressesprecher sagte, sie seien vorbereitet, derzeit gebe es aber keine Gesundheitskontrollen bei der Einreise. Die Situation werde beobachtet. Bisher hätten sie noch keine Verdachtsfälle oder Hinweise.

Der Hunsrück-Flughafen Hahn beruft sich auf die Notfallpläne der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V. (ADV). Auf deren Homepage heißt es, die Flughäfen seien im Pandemiefall gut gerüstet. Es gebe detailierte Notfallpläne mit klaren Prozessabläufen.

Lufthansa: Beobachten Entwicklung in China

Deutschlands größte Fluglinie Lufthansa teilte mit, dass sie den Verlauf der Infektionskrankheit in China "sehr aufmerksam" verfolge. Die Airline fliegt die Ausbruchsregion um Wuhan zwar selbst nicht an. Allerdings bot der Lufthansa-Partner Air China bis Donnerstag Flüge dorthin an. Grundsätzlich gebe es bei Infektionskrankheiten - unabhängig vom derzeitigen Coronavirus - aber klare Verfahrensregeln an Bord, so ein Lufthansa-Sprecher.

Mainzer chinesische Schule lässt Unterricht ausfallen

Die Mainzer chinesische Schule, die samstags in einer Berufsschule Chinesisch-Unterricht anbietet, lässt den Unterricht in den nächsten Wochen ausfallen. In einer Mail an ihre Schüler, die dem SWR vorliegt, heißt es: "Einige Mitglieder sind über die schnelle Ausbreitung des Coronavirus besorgt." Die Schule könne nicht nachprüfen, ob Mitglieder Kontakt zu Menschen aus dem Ausbruchsgebiet hatten. "Deswegen haben wir kurzfristig beschlossen, dass der Unterricht unter diesen Umständen am 25.01.2020, 01.02.2020 und 08.02.2020 ausfällt."

41 Millionen Chinesen unter Quarantäne

Dauer

In China sind mittlerweile 13 Städte wegen der Krankheit weitgehend von der Außenwelt abgeschottet worden. Von den Quarantänemaßnahmen sind mehr als 41 Millionen Bürger betroffen. Die Zahl der bestätigten Infektionen in China stieg auf fast 900, bisher sind 26 Menschen gestorben. In Europa sind noch keine Fälle bekannt geworden.

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