Ein Blitzer steht an einer Autobahn (Foto: dpa Bildfunk, Symbolbild)

Amtsgericht Bad Kreuznach überlastet Etwa 95.000 Fahrer auf A61 geblitzt

Zwischen Stromberg und Rheinböllen gilt Tempo 60 in einer Baustelle. Wer geblitzt wird, muss im schlimmsten Fall den Führerschein abgeben. Am Amtsgericht Bad Kreuznach stapeln sich nun die Verfahren.

In der Baustelle kommt ein mobiler Blitzer zum Einsatz. Dieser steht mal in Richtung Koblenz, mal in Richtung Ludwigshafen. Nach Angaben der Zentralen Bußgeldstelle in Speyer wurden zwischen Januar 2019 und Ende August etwa 95.000 Fahrzeuge erfasst.

Spitzengeschwindigkeit: 169 km/h

Der Großteil der Fahrerinnen und Fahrer ist demnach mit bis zu 20 km/h zu schnell durch den Baustellenbereich gefahren. Sie werden mit einem Bußgeld belangt. Aber mehr als 1.200 Fahrern drohen Fahrverbote, weil sie mit mehr als 100 km/h geblitzt wurden. Der höchste Wert liegt laut zentraler Bußgeldstelle bei 169 km/h - erlaubt sind aber nur 60 km/h.

100 Einsprüche pro Monat

Beim Amtsgericht Bad Kreuznach sorgen die vielen Geschwindigkeitsverstöße für zahlreiche Verfahren. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin gehen inzwischen pro Monat mehr als 100 Einsprüche gegen Bußgelder, Punkte in Flensburg oder Fahrverbote ein (siehe Bußgeldkatalog). Allein am Freitag werden neun Fälle verhandelt.

Gefährliche Stelle

Bei der Autobahnpolizei schätzt man die Baustelle auf der A61 zwischen Stromberg und Rheinböllen als gefährlich ein. Erst kürzlich war dort ein Lastwagen umgekippt. Er war mit Splitt beladen. Die Autobahn war stundenlang komplett gesperrt. So etwas wolle man verhindern.

Bauarbeiten enden frühestens 2022

Die A61 zählt zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen im Westen und Südwesten Deutschlands. Zwischen der Anschlussstelle Rheinböllen und der Tank- und Rastanlage Hunsrück wird die Autobahn sechsspurig ausgebaut. Die Kosten belaufen sich auf etwa 150 Millionen Euro. Die ausgebaute Strecke soll frühestens 2022 fertig sein.

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