Ein Seenotretter blickt auf ein Flüchtlingsboot im Mittelmeer (Foto: picture alliance/Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa)

Hilfseinsatz auf dem Mittelmeer Mainzer Arzt Trabert auf Boot von Seenotrettern dabei

Der Mainzer Flüchtlings- und Obdachlosenarzt Gerhard Trabert wird ab Montag mit Seenotrettern auf dem Mittelmeer unterwegs sein. Die Festnahme der deutschen Kapitänin Rackete bei einem ähnlichen Hilfseinsatz schrecke ihn nicht ab.

Dauer

Dieses Mal hat sich der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert der Organisation ResQship angeschlossen und wird ab nächster Woche im Mittelmeer nach Bootsflüchtlingen schauen. Das Schiff sei bereits seit April im Mittelmeer unterwegs, die sechs- bis neunköpfige Besatzung wechsle etwa alle zwei Wochen, so Trabert.

Das Schiff sei sehr klein und könne in Not geratenen Menschen vor allem mit Rettungswesten und -inseln helfen. Es sei aber für Notfälle medizinisch ausgerüstet, erklärt der Sozialmediziner. Frauen und Kinder in einem sehr schlechten Gesundheitszustand könnten zur Behandlung an Bord geholt werden.

Gerhard Trabert mit einem ResQship T-shirt (Foto: SWR)
Der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert engagiert sich seit Jahren für Obdachlose und Flüchtlinge. Er war bereits 2015 mit der Sea-Watch 1 und 2016 mit der Sea-Watch 2 im Mittelmeer unterwegs.

"Bereit, zur Not eingesperrt zu werden."

Der Mediziner betont, dass er sich nicht durch die aktuellen Ereignisse abhalten lasse. Vor kurzem war die deutsche Kapitänin Carola Rackete bei einem ähnlichen Hilfseinsatz in Italien festgenommen worden. Trabert sagte, sie habe absolut richtig gehandelt. Um Humanität zu praktizieren, sei auch er bereit, den Preis zu zahlen und zur Not eingesperrt zu werden.

Seenotrettung muss fortgesetzt werden

Die Rettung von Bootsflüchtlingen muss laut Trabert weitergehen. Sie dürften nicht in eine Bürgerkriegsregion zurückgebracht werden.

Mission geheim

Wo genau Trabert und die anderen Seenotretter ab Montag im Mittelmeer unterwegs sein werden und wie ihr Boot heißt, wollen sie vorab nicht bekannt geben. Denn sie fürchten, dass staatliche Behörden sonst gleich zu Beginn ihre Arbeit und Mission behindern könnten.

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