Kaminfeuer (Foto: dpa Bildfunk)

Heizen mit Holz Wie ökologisch ist Brennholz?

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Anders als Heizöl oder Erdgas ist Brennholz ein nachwachsender Rohstoff. Doch wie sauber und ökologisch das Heizen mit Holz ist, hängt von einer Reihe Faktoren ab.

Wer mit Holz heizt, der tut dies vermutlich in erster Linie, um Heizkosten zu sparen. Oder aus ökologischen Gesichtspunkten. Schließlich ist Holz ein nachwachsender Rohstoff. Andere entscheiden sich vielleicht für einen Kamin, weil das Knistern des Feuers für Gemütlichkeit im Wohnzimmer sorgt.

In Rheinland-Pfalz gibt es ungefähr 610.000 Holzöfen, sagt Rainer Albus von der Landesinnung der Schornsteinfeger. Viele würden sich auch für so einen Ofen entscheiden, weil sie Angst vor einem Stromausfall hätten. Die meisten Holzöfen gebe es auf dem Land, in den waldreichen Regionen. Doch wie ökologisch sinnvoll ist Heizen mit Holz tatsächlich? Und ist die warme Kamin-Luft auch sauber?

Wenn Holz verbrannt wird, entsteht nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), wie der Baum zuvor während seiner Wachstumsphase aus der Atmosphäre gebunden hat. Klimaschädlich wird die Sache dann, wenn insgesamt mehr Holz verbrannt wird, als nachwächst. Die Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz habe das ganz gut im Griff, sagt Michael Ullrich, Referent für Umweltschutz vom BUND Rheinland-Pfalz. Er führt aber noch einen weiteren Punkt an. Heizen mit Holz sei auch nur dann ökologisch, wenn der Wohnraum gut gedämmt sei und nicht zu viel Wärme verloren gehe. "Sonst ist es zu schade um das Holz."

Falsche Verwendung von Brennholz vermeiden

Ist das Holz nicht zum Verbrennen geeignet oder der Holzofen alt und schlecht gewartet, dann entstehen beim Verbrennen unnötig viele Schadstoffe wie Kohlenmonoxid, Stickoxide, Schwefeloxide, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Feinstaub, die gefährlich für die Gesundheit werden können. Laut Umweltbundesamt sprechen einige Untersuchungen dafür, dass Feinstaub aus Kaminöfen ähnlich schädlich ist wie Dieselruß. 

"Man darf den Ofen nicht vollstopfen, das ist falsch. Ein Ofen mit einer Leistung von beispielsweise 6 Kilowattstunden darf nicht mit mehr als zwei Kilogramm Holz in der Stunde befeuert werden", sagt Schornsteinfeger Rainer Albus.

Zu viele alte Holzöfen in Betrieb

Er bemängelt zudem, dass es in Rheinland-Pfalz zu viele alte Holzöfen gibt. Wenn ein Ofen 25 Jahre alt ist, sollte er durch einen moderneren ausgetauscht werden, rät der Experte. Wer seinen Holzofen häufig nutzt, sollte ihn auch regelmäßig warten lassen. So kann die Belastung der Luft reduziert werden. 

Eingebaut werden dürfen nur noch Öfen, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Es gebe zwar auch spezielle Filter, die an der Feuerstelle selbst eingebaut werden könnten oder an der Mündung am Schornstein. Sie würden aber selten eingesetzt, weil sie nicht finanziell gefördert werden, so Albus. Die Entscheidung für solche Filter liege allein beim Hausbesitzer, außer der Ofen erfüllt die Umweltauflagen nicht, dann muss er nachgerüstet werden. Generell seien Pelletheizungen emissionsärmer, sagt Albus.

Brennholz muss trocken sein

Auch beim Brennholz gilt es einiges zu beachten: Das Holz muss trocken sein, sonst entwickelt sich zu viel Rauch, zu viel Asche, es entstehen Schadstoffe und die Energieausbeute ist geringer. Rainer Albus empfiehlt deshalb eine Restfeuchte von 15 Prozent. Außerdem sollten die Holzscheite nicht zu groß sein. Und noch eine Faustregel vom Experten: Rundhölzer, die dicker als der Unterarm sind, sollten gespalten werden. Denn Rundhölzer brennen wegen der Rinde schlechter.

BUND-Umweltexperte Michael Ullrich stellt klar: Sperrholz oder Altholz haben im Kachelofen oder im Kamin nichts zu suchen. Nur unbelastetes Holz sei zum Verfeuern geeignet. Wichtig sei auch, dass es zertifiziert sei und aus heimischen Wäldern stamme. Sonst sei die positive Ökobilanz dahin.

Kamin ist nicht zum Heizen gedacht

Auch beim Kaminfeuer gibt es Regeln. Es dürfe nur acht mal im Monat entfacht werden und fünf Stunden lang brennen, erklärt Rainer Albus von der Schornsteinfegerinnung. Zum Heizen eigne sich ein Kamin nicht. Der Wirkungsgrad liege nur bei zehn Prozent. Die restliche Wärme ziehe ab, sagt Albus. "Ein Kaminfeuer ist nur was für Weihnachten oder den Rotweinabend."

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