Hautkrebsreport 2019 Rheinland-Pfälzer zu sorglos beim Thema Hautkrebs

Aktuelle Zahlen zu Hautkrebserkrankungen geben Anlass zur Sorge. Insbesondere die Rheinland-Pfälzer scheinen nur mangelhaft über die Gefahren aufgeklärt zu sein, denn zur Vorsorge geht nur eine Minderheit.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Zu diesem Ergebnis kommt der Hautkrebsreport 2019 der Techniker Krankenkasse.

Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Die Diagnose eines epithelialen, also nicht-melanomen Hautkrebses bekamen in Rheinland-Pfalz im selben Jahr 1.947 von 100.000 gesetzlich Versicherten.

Rheinland-Pfälzer vernachlässigen Vorsorge massiv

Laut Hautkrebsreport geht nur jeder Sechste Versicherte zur Früherkennung. Das zeigt, wie sorglos die Rheinland-Pfälzer mit diesem Thema umgehen. Denn beim Hautkrebsscreening zählt Rheinland-Pfalz im Ländervergleich eher zu den Schlusslichtern.

Dauer

Zu wenig aufgeklärt

Für Jörn Simon von der Techniker Krankenkasse in Rheinland-Pfalz, zeigen diese Zahlen deutlich, dass mehr Aufklärung notwendig ist: "Auch wenn im Vergleich zu den 70er und 80er Jahren ein gesteigertes Bewusstsein in der Öffentlichkeit vorhanden ist, gibt es in Sachen Prävention offenbar noch Handlungsbedarf. Denn Hautkrebs ist nach wie vor eine gefährliche Erkrankung, die tödlich enden kann." Wird sie hingegen früh erkannt, ist Hautkrebs oft heilbar.

Hautkrebs entsteht durch die Belastung der Haut mit UV-Strahlen der Sonne - und das über Jahre. Deshalb steigt mit dem Alter das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen, das zeigen die Daten. Von ihnen erkranken durchschnittlich 843 von 100.000 Versicherten im Jahr an schwarzem Hautkrebs. Bei den 20- bis 24-Jährigen sind es nur 41 von 100.000 Versicherten.

Gesunde Bräune gibt es nicht

Trotz des Wissens um die Gefährlichkeit von UV-Strahlen, gilt gebräunte Haut immer noch als Schönheitsideal. Doch gesunde Bräune gibt es nicht, sagen Experten. Deshalb sollte man exzessives Sonnenbaden vermeiden, seine Haut durch Kleidung schützen und ausreichend eincremen. Bei der Sonnencreme ist es wichtig, dass sie sowohl gegen UV-A- als auch gegen UV-B-Strahlung wirksam ist. Man sollte sie auch bei Bewölkung auftragen und generell Füße, Ohren und Scheitel nicht vergessen. Zudem ist ein Sonnenschutz-Lippenstift sinnvoll.

Gefahr durch Sonnenbänke

Aber auch die Nutzung von Solarien ist bedenklich. Im Hautkrebsreport 2019 der Techniker Krankenkasse wird auf eine europäische Studie verwiesen, die besagt, dass zwischen sechs und zehn Prozent der neu auftretenden Melanome auf die Nutzung von Sonnenbänken zurückzuführen ist.

Experten raten, regelmäßig zur Früherkennung zu gehen. Seit 2008 haben gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Dabei handelt es sich um eine standardisierte Untersuchungsmethode. Die Verlässlichkeit ist jedoch auch von der Erfahrung des Arztes abhängig.

Früherkennung zuhause

Gleichzeitig sollte jeder seine Haut im Auge behalten. Experten raten, sich regelmäßig nach der einprägsamen ABCDE-Regel zu untersuchen:

An Hand der ABCDE-Regel sollte man im Sinne der Hautkrebsfrüherkennung die eigene Haut regelmäßig überprüfen (Foto: SWR)
Diese fünf Merkmale sollten sie regelmäßig prüfen

Trifft ein einziger der ABCDE-Punkte zu, sollte man sich schnell einen Arzttermin besorgen und nicht bis zum nächsten Vorsorgetermin warten.

STAND