Geplante Änderungen im Hochschulgesetz Uni-Professorinnen gegen Gleichstellungs-Pläne

Das neue Hochschulgesetz soll die Rolle der Frauen in der Wissenschaft verbessern. Doch viele Betroffene fürchten, dass genau das Gegenteil eintritt. Sie fordern Änderungen vom Wissenschaftsminister.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

71 Professorinnen der Universität Mainz haben einen offenen Brief an den rheinland-pfälzischen Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) geschrieben, der dem SWR vorliegt. Die Wissenschaftlerinnen sind der Ansicht, mit den geplanten Gesetzesänderungen würden die Frauen nicht gestärkt, sondern vielmehr benachteiligt.

Fehlende Zeit zum Forschen

Konkret geht es unter anderem um den Plan, dass in den Gremien der rheinland-pfälzischen Hochschulen künftig genauso viele Frauen wie Männer sitzen sollen. Das klinge zwar im ersten Moment nicht schlecht, so die Professorinnen. In Forschungsbereichen, in denen es deutlich weniger Frauen als Männer gibt, bedeute das für die Wissenschaftlerinnen aber, dass sie durchschnittlich in dreimal so vielen Gremien tätig sein müssten, wie ihre männlichen Kollegen. Diese Zeit fehle dann zum Forschen. Für eine wissenschaftliche Karriere seien Forschungsergebnisse aber entscheidend – und nicht die Arbeit in Gremien.

Außerdem halten die Unterzeichnerinnen es für diskriminierend und kontraproduktiv, dass nach den Plänen des Ministeriums in Zukunft Fragen der Gleichstellung explizit von einer Gleichstellungsbeauftragten und einer Stellvertreterin geregelt werden sollen.

Ministerium: Wichtiger Beitrag

Ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums bezeichnete den offenen Brief als wichtigen Beitrag, der in die Bearbeitung des Gesetzes mit eingehen werde. Über die geplanten Änderungen werde weiter diskutiert.

Wolf hatte den Entwurf für das neue Hochschulgesetz im Juni vorgestellt. Das Kabinett hat den 250 Seiten starken Entwurf bereits gebilligt. Derzeit läuft die Anhörung der Hochschulen und der Verbände. Voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres werde dann eine aktualisierte Fassung vorliegen. 

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