"Fridays for Future" Schülerprotest in Trier (Foto: SWR)

"Fridays for Future" 5.000 Schüler demonstrieren im Land für Klimaschutz

Mindestens 5.000 Schüler haben am Freitag in Rheinland-Pfalz für mehr Tempo im Kampf gegen den Klimaschutz demonstriert. Allein in Mainz versammelten sich mehr als 1.000 Demonstranten.

In der Landeshauptstadt zogen die Demonstranten bei Regen und Kälte an vier Schulen vorbei durch die Stadt. Der Demonstration schlossen sich auch Eltern, Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie an und Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) an. Mehrere Eltern waren unter dem Motto "Parents for Future" dabei.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Landesweite Beteiligung an den Demonstrationen

In nahezu allen weiteren großen Städten von der Pfalz bis zu Mosel und Mittelrhein beteiligten sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler an dem Schulstreik unter dem Motto "Fridays for Future". Laut den Polizeidienststellen gingen landesweit mindestens 5.000 junge Menschen auf die Straße.

In Frankenthal zählte die Polizei etwa 800 Demonstranten, in Trier 600. In Bingen demonstrierte auch eine Gruppe von Förstern unter dem Namen "Forresters for Future" für den Klimaschutz.

"Wir sehen uns dazu gezwungen, uns gegen eine Politik aufzulehnen, die den Klimawandel und seine Folgen nicht annähernd ernst genug nimmt", erklärte die Landesschülervertretung (LSV) Rheinland-Pfalz. Die Protestbewegung zeige, "dass unsere Generation keineswegs unpolitisch ist und dem Klimawandel längst den Kampf angesagt hat", sagte Aylin Gümüs vom LSV-Vorstand.

Hubig bevorzugt Demos außerhalb der Schulzeit

Die Vertretung der Schülerinnen und Schüler appellierte an alle Lehrer, die Fehlstunden aufgrund der Teilnahme an den Demonstrationen zu entschuldigen. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) erklärte am Freitag über Twitter, sie finde das Engagement der Jugendlichen sehr gut - "noch lieber wäre es mir allerdings, wenn die Demos außerhalb der Schulzeit stattfinden".

Protestplakat mit lokalem Anstrich aus Speyer (Foto: SWR)
Protestplakat mit lokalem Anstrich aus Speyer

Grüne unterstützen Schüler-Demos

Unterstützt wurden die Proteste von den Grünen. Die Landesvorsitzende Jutta Paulus hatte angekündigt, an einer Demonstration in Koblenz teilzunehmen. Dort beteiligten sich rund 500 Schüler. Kritisiert werden die Aktionen von CDU und AfD. Der Staatssekretär im Bildungsministerium, Hans Beckmann (SPD), betonte, dass kein Weg an der Schulpflicht vorbeiführe.

Die Schulstreik-Aktionen sind Teil einer internationalen Kampagne mit dem Motto "Fridays for Future", die von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg gestartet wurde.

Auch im Bundestag waren die "Fridays for future" ein Thema. Alle Parteien bis auf die AfD zollten den Teilnehmern der Proteste Respekt. 

Straßenumfrage in der Koblenzer Innenstadt "Für das Klima die Schule schwänzen - darf man das?"

Ute Schuhmacher aus Koblenz findet es gut, dass die Schüler während ihrer Schulzeit für ein besseres Klima streiken (Foto: SWR)
"Ich finde es richtig gut, dass die Jugendlichen die Demos in ihrer Schulzeit machen", sagt Ute Schuhmacher aus Koblenz. "Die Gewerkschaft Verdi streikt ja auch nicht sonntags, sondern während der Arbeitszeit. Es ist gut, dass die Schüler ein wenig Ungehorsam zeigen – sonst ändert die Politik nie etwas." Bild in Detailansicht öffnen
"Freitags habe ich relativ wichtige Fächer, die mir außerdem viel Spaß machen", sagt Frederik Seibel. Deshalb hat er sich entschieden, nicht zu den Demos zu gehen. In seiner Parallelklasse machen aber viele Schüler mit, und das finde er auch okay, sagt der Schüler. Bild in Detailansicht öffnen
"Ich finde es gut, dass die Jugendlichen demonstrieren – aber muss es unbedingt zur Schulzeit sein?“, fragt sich Ralf Kleinschmidt aus Thüringen. Er ist gerade mit seiner Frau Ramona in Koblenz zu Besuch. Ramona Kleinschmidt glaubt aber, dass die Schüler nicht so viel Gehör bekommen würden, wenn sie etwa samstags demonstrieren würden. "Und gehört werden wollen sie ja schließlich". Bild in Detailansicht öffnen
Melanie und Guido Steinebach aus dem Westerwald heißen die Demos nicht gut. "Kinder gehören in die Schule und nicht auf eine Demo", sagen sie. Stattdessen sollten Kinder vor allem zuhause den Umgang mit Müll und der Umwelt lernen. Bild in Detailansicht öffnen
Eva Spohr aus Oberehe-Stroheich und Leonie Jansen aus Lonnig machen bald ihren Schulabschluss. Deshalb wollen sie in der Schule nichts verpassen und gehen nicht zu den "Fridays-for-Future"-Demos. Bild in Detailansicht öffnen
Dieses Plakat hängt an der Mauer vor dem Görres-Gymnasium in der Koblenzer Innenstadt. Bild in Detailansicht öffnen
In den vergangenen Wochen haben Freitags schon mehrere hundert Schüler und Schülerinnen in der Koblenzer Innenstadt bei den "Fridays-for-Future"-Demos mitgemacht. Bild in Detailansicht öffnen
Unpolitische Jugend? Eher nicht, wenn man sich die selbstgebastelten Plakate ansieht Bild in Detailansicht öffnen
Rund 500 Kinder und Jugendliche demonstrierten am Freitag in Koblenz für ein besseres Klima. Bild in Detailansicht öffnen
Die Schüler werfen den Erwachsenen vor, dass sie die Erderwärmung nicht verhindern. Bild in Detailansicht öffnen
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