Den beiden Angeklagten befanden sich am ersten Prozesstag gemeinsam im Gerichtssaal.  (Foto: SWR)

Urteil am Wiesbadener Landgericht Freisprüche im "Badewannen-Mordprozess"

Vor 22 Jahren ertrank in Lorch (Rheingau-Taunus-Kreis) eine Frau in der Badewanne. Ihr Ehemann und dessen damalige Geliebte standen deswegen wegen Mordes vor Gericht. Heute wurden sie freigesprochen.

Es sei nicht ohne Zweifel feststellbar, dass es ein Verbrechen gegeben habe, so der Richter bei der Urteilsverkündung am Donnerstagvormittag. Die Ausführungen des Angeklagten während des Prozesses hätten die Kammer zwar nicht überzeugt, ein Motiv für den Mord sei durchaus gegeben gewesen, dennoch habe eine Schuld nicht bewiesen werden können, deshalb der Freispruch. Er verstehe, dass das für die Angehörigen nur schwer erträglich sei, so der Richter.

Tot in Badewanne gefunden

Angeklagt wegen Mordes waren ein ehemaliger Polizist und seine damalige Geliebte und heutige Lebensgefährtin. Ihnen war vorgeworfen worden, vor 22 Jahren in Lorch die Ehefrau des Mannes umgebracht zu haben. Das Opfer war im Oktober 1997 tot in der Badewanne gefunden worden. "Tod durch Ertrinken" wurde damals festgestellt, der Fall zu den Akten gelegt.

Verfahren wieder aufgenommen

2018 hatten Ermittler dann noch mal die Beweisstücke unter die Lupe genommen und hatten daran DNA-Spuren des Polizisten und seiner damaligen Geliebten sichergestellt. Daraufhin wurde das Paar festgenommen. Seit Mitte Januar 2019 mussten die beiden sich dann wegen gemeinschaftlichen Mordes vor dem Wiesbadener Landgericht verantworten.

Während des Prozesses wurde die Beweislage offenbar immer dünner. Bereits Ende März wurden die beiden Angeklagten aus der Untersuchungshaft entlassen, da nach Ansicht der Richter kein dringender Tatverdacht mehr bestand.

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