Absperrband vor dem Amsterdamer Hauptbahnhof (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / AP Photo)

Flüchtling wohnte in Ingelheim 26 Jahre Haft für Täter von Amsterdam

Ein Afghane, der 2018 in Amsterdam zwei Touristen niedergestochen haben soll, ist zu 26 Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Der Mann hatte vor der Tat in Rheinhessen gelebt.

Es sei eine terroristische Tat, urteilte das Gericht am Montag in Amsterdam. Seine Schuld für zweifachen Mordversuch sei bewiesen. "Der Mann handelte aus einem terroristischen Motiv." Der Afghane mit Wohnsitz in Ingelheim (Kreis Mainz-Bingen) hatte vor Gericht seine Tat nicht bereut und mit der Verteidigung des Islams begründet. Er habe "unehrliche und grausame Menschen" töten wollen, hatte der 20-Jährige im September gesagt.

Willkürlich auf Besucher eingestochen

Er hatte im August 2018 auf dem Amsterdamer Hauptbahnhof willkürlich zwei Besucher aus den USA mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Ein Mann ist durch die Attacke querschnittsgelähmt. Das Gericht sprach den Opfern Schadenersatz von rund drei Millionen Euro zu. Die Staatsanwaltschaft hatte 25 Jahre Haft gefordert.

Wut über Karikaturen-Wettbewerb

Der Täter, dessen Asylantrag in Deutschland abgewiesen worden war, war aus Wut über einen geplanten Karikaturen-Wettbewerb des Rechtspopulisten Geert Wilders von Ingelheim nach Amsterdam gefahren. "Ich bin in die Niederlande gekommen, um meinen Propheten zu verteidigen", sagte er dem Gericht. Nach seiner Ankunft mit dem Zug aus Deutschland hatte er in der Bahnhofshalle auf die beiden Amerikaner eingestochen. Kurz darauf war er von Polizisten niedergeschossen worden.

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