Eine Fotomontage zeigt der Tatverdächtigen verpixelt vor einem Gebäude (Foto: SWR)

Wegen Vergewaltigung einer 11-Jährigen in Wiesbaden Weiterer Haftbefehl gegen mutmaßlichen Mörder von Susanna

Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Wiesbaden hat gegen Ali B. am Donnerstag einen weiteren Haftbefehl erlassen. Er werde dringend verdächtigt, ein 11-jähriges Mädchen vergewaltigt zu haben.

Nach Angaben des Ermittlungsrichters soll der 21 Jahre alte Iraker das Mädchen im März und im Mai diesen Jahres in einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden-Erbenheim vergewaltigt haben. Ali B. habe die Tat in der Vernehmung bestritten, heißt es in einer Mitteilung des Amtsgerichts.

Der Iraker sitzt bereits seit vier Wochen in Untersuchungshaft in Frankfurt - er soll die 14-jährige Susanna aus Mainz vergewaltigt und getötet haben.

Fall Susanna und Vergewaltigung werden getrennt behandelt

Beide Fälle würden bei der Staatsanwaltschaft formal getrennt behandelt, so ein Sprecher in Wiesbaden. Im Fall der Elfjährigen sitzt noch ein weiterer Jugendlicher in Untersuchungshaft. Er soll, wie Ali B., das Mädchen zweimal vergewaltigt haben. Der Jugendliche war der Zeuge, der der Polizei im Fall Susanna den entscheidenden Hinweis geliefert hatte.

Laut Medienberichten wird inzwischen auch der 13-jährige Bruder von Ali B. verdächtigt. Er soll entweder an einer der Vergewaltigungen der Elfjährigen beteiligt gewesen sein oder sie selbst vergewaltigt haben.

Elfjährige lebte nicht in Flüchtlingsheim

Die Staatsanwaltschaft wollte dies weder bestätigen noch dementieren und verwies lediglich auf die laufenden Ermittlungen. Die Elfjährige lebt nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht in der Wiesbadener Flüchtlingsunterkunft. Sie besitze die deutsche Staatsangehörigkeit.

Als die Leiche Susannas gefunden wurde, war Ali B. mit seiner gesamten Familie in den Nordirak ausgereist. Dort wurde er von den kurdischen Regionalbehörden gefasst und dann der deutschen Bundespolizei übergeben.

Ali B. schon früher im Visier der Polizei als angegeben

Unterdessen wurde bekannt, dass die Polizei Ali B. bereits früher als bislang angegeben im Visier hatte. Die Staatsanwaltschaft bestätigte einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), wonach die Wiesbadener Polizei Hinweise hatte, dass der Verdächtige sich an der Elfjährigen vergangen haben könnte. Ali B. sei in diesem Zusammenhang jedoch nicht vernommen worden, da das mutmaßliche Opfer nicht habe aussagen wollen.

Die FAZ hatte berichtet, die mögliche Vergewaltigung sei der Polizei durch den Vater des Mädchens bereits am 17. Mai angezeigt worden. Susanna aus Mainz war in der Nacht auf den 23. Mai verschwunden.

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