Der SPD-Politiker Marcus Held (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Michael Kappeler/dpa)

Ermittlungen wegen Verdachts der Untreue Staatsanwaltschaft will Marcus Held anklagen

Die Staatsanwaltschaft Mainz will nach SWR-Informationen Anklage gegen den früheren Oppenheimer Bürgermeister und SPD-Bundestagsabgeordneten Marcus Held erheben.

Angeklagt werde er unter anderem wegen des Verdachts der Untreue und der Bestechlichkeit. Bis es dazu kommen könnte, müssten sich allerdings noch verschiedene behördliche Instanzen mit dem Fall beschäftigen, dazu gehörten auch das rheinland-pfälzische Justizministerium.

Ob die Anklage zugelassen wird, entscheidet schließlich der Immunitätsausschuss des Bundestages. Wann das Thema dort behandelt wird, steht noch nicht fest. Über die mögliche Anklage hatte zunächst die Mainzer "Allgemeine Zeitung" berichtet.

Ermittlungen wegen Grundstücksgeschäften

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den SPD-Abgeordneten und früheren Oppenheimer Ortsbürgermeister wegen des Verdachts der Untreue in Zusammenhang mit Grundstücksgeschäften. Außerdem führt sie Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsannahme, Bestechlichkeit und des Verstoßes gegen das Parteiengesetz.

Held seit Anfang 2017 im Visier der Justiz

Die Justiz hatte Held ins Visier genommen, nachdem am 10. Februar 2017 eine Strafanzeige gegen den SPD-Politiker eingegangen war. Im November 2017 wurden Räume des Rathauses Oppenheim und eines Steuerberatungsbüros durchsucht. Zuvor hatte der Bundestag die Durchsuchungen bei dem Abgeordneten genehmigt.

Politiker hält an Bundestagsmandat fest

Unter dem Druck der massiven Vorwürfe und wiederholter Demonstrationen vor dem Rathaus in Oppenheim trat Held am 28. Februar 2018 von allen kommunalen Ämtern zurück. Er betonte, dies sei kein Schuldeingeständnis. Die rheinland-pfälzische SPD legte Held nahe, auch sein Bundestagsmandat zurückzugeben. Dem ist Held bisher nicht gefolgt.

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