Der Hauptverdächtige im Mordfall Susanna, Ali B. (Foto: SWR)

Dritter Prozesstag vor dem Landgericht Details zum Tod von Susanna

Im Prozess gegen Ali Bashar vor dem Wiesbadener Landgericht sind am Freitag mehrere Gutachter zu Wort gekommen. Dabei ging es um die möglichen Todesumstände.

Eine Gutachterin aus der Rechtsmedizin gab an, dass an Susannas Leiche der Ärmel einer schwarzen Stoffjacke um den Hals geknotet war. Der Strickjackenstoff habe sehr eng um den Hals gelegen. Offen blieb dabei aber die Frage, ob die 14-Jährige womöglich mit dem Ärmel erdrosselt wurde oder ob die Jacke erst nach der Tat um den Hals geknotet wurde - etwa, um die Leiche zu transportieren.

Der Angeklagte selbst hatte angegeben, dass Susanna duch einen sogenannten Unterarmwürgegriff starb. Für die Rechtsmedizin steht aber Strangulation als Todesursache fest.

Spuren verblassen mit der Zeit

Laut Gutachterin war die Leiche bekleidet, die Oberbekleidung nach oben geschoben. Es habe keine Verletzungen im Intimbereich gegeben. Dies belege aber nicht, dass es keine Vergewaltigung gegeben habe. Um dafür Spuren zu finden, habe die Leiche zu lange an dem Bahndamm bei Wiesbaden-Erbenheim gelegen, so die Gutachterin.

Die lange Liegezeit wirkt sich nach den Worten der Expertin auch auf andere Spuren aus. Dazu zählen minimale Einblutungen am Kopf, die Hinweise für Würgeangriffe sind. Diese Spuren seien dann schwieriger oder nicht mehr zu erkennen.

Emotionen im Zuschauersaal

Der 22-jährige Ali Bahar steht seit 12. März vor Gericht, weil er Susanna vergewaltigt und ermordet haben soll. Der irakische Flüchtling hatte gestanden, das Mädchen im Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim getötet zu haben. Der Angeklagte folgte den Ausführungen der Rechtsmedizinerin am dritten Prozesstag äußerlich regungslos. Im Zuschauerraum dagegen reagierten manche sehr emotional auf die Aussagen und kämpften mit den Tränen. Susannas Mutter war diesmal nicht im Gerichtssaal.

Richter ordnet Ortsbegehung an

Für kommenden Mittwoch hat der Richter einen Ortstermin in Wiesbaden-Erbenheim angeordnet. Der Angeklagte äußerte am Freitag seine Bereitschaft, den Prozessbeteiligten mehrere Stellen in der Nähe von Bahngleisen zu zeigen. Dabei geht es um den genauen Ort, wo es den Sex mit Susanna gegeben haben soll. Außerdem soll der Angeklagte die Stellen zeigen, wo Susanna gestorben und begraben worden sein soll.

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