Busse können fahren Mainzer Brücke führt nicht mehr "ins Nichts"

Die Mainzer "Brücke ins Nichts" sorgte lange für Spott, da sie nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden konnte. Mit vierjähriger Verspätung fahren nun auch Busse darüber.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Die Stadt Mainz hatte die Brücke über die Koblenzer Straße gebaut, um die Johannes Gutenberg-Universität besser mit ihren neuen Gebäuden zu verbinden. Allerdings hatte die Stadt in der sechsjährigen Planungszeit vergessen, rechtzeitig von privaten Eigentümern die Grundstücke zur Straßenanbindung zu kaufen.

Historisch: Um kurz nach 8 Uhr am Montagmorgen fuhr der erste Bus über die Brücke. (Foto: SWR)
Historisch: Um kurz nach 8 Uhr am Montagmorgen fuhr der erste Bus über die Brücke.

Bagger rollten schon


Das fiel im Jahr 2015 auf, als schon die ersten Bagger für die Bustrasse rollten. Der damalige zuständige Mainzer Liegenschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP) wurde dafür scharf kritisiert. Die Bauarbeiten mussten eingestellt, teilweise rückgängig gemacht werden. Weitere vier Jahre lang passierte nichts, da die Stadt die Grundstücksfragen klären musste.

Die Brücke über die Koblenzer Straße in Mainz führt ins Nichts, weil die nötigen Grundstücke zur Straßenanbindung nicht rechtzeitig gekauft wurden. (Foto: SWR)
Die Brücke in Mainz sollte eigentlich für eine bessere Anbindung der Johannes Gutenberg-Universität sorgen - vier Jahre lang führte sie nirgendwo hin.

Solange führte die Bus-Brücke daher sozusagen ins Nichts und konnte nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Die Stadt und die Eigentümer der Grundstücke konnten sich schließlich einigen und die Straßenanbindung mit der Bushaltestelle konnte fertig gebaut werden. Nun fährt laut der Mainzer Mobilität die Buslinie 76 über die Brücke und schließt mehrere Institute der Uni besser an. Während der Vorlesungszeit kommt eine zweite Linie dazu.

"Fall von Steuerverschwendung"

Durch die jahrelange Verzögerung entstanden der Stadt Mehrkosten von 360.000 Euro. Dies hatte der Steuerzahlerbund kritisiert und das Bau-Projekt in sein Schwarzbuch aufgenommen. Insgesamt hat der Bau der Brücke fast 3,5 Millionen Euro gekostet.

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