Honigbienen (Foto: dpa Bildfunk, Sebastian Gollnow)

Bundesweites Bienen-Monitoring Höchstzahl an Pestiziden in Ingelheimer Bienenpollen

Trauriger Spitzenreiter: Bei einer Untersuchung von Bienenpollen sind in einer Probe aus Ingelheim Rückstände von 34 verschiedenen Pestiziden gefunden worden - so viel wie in keiner anderen Probe.

Der auffällige Befund aus Ingelheim am Rhein (Kreis Mainz-Bingen) ist Teil des bundesweiten Bienen-Monitorings mit Proben aus dem Jahr 2016. Dabei wurden insgesamt 203 Proben untersucht. Im Schnitt wurden 7,9 Wirkstoffe festgestellt.

Gefährlicher Cocktail aus Pestiziden?

Selbst wenn einzelne Wirkstoffe für sich ungefährlich seien, könne das Zusammenwirken von derart vielen Stoffen weitreichende Folgen für Honig- oder Wildbienen haben, sagte Franz Botens vom Imkerverband Rheinland-Pfalz. "Bei 34 verschiedenen Wirkstoffen kann man gar nicht sagen, wie ein solcher Cocktail wirkt."

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18:45 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Die Erhebung wurde von der Universität Hohenheim in Stuttgart unter Mitwirkung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Westerwald-Osteifel erstellt. Nach dem Befund wurden nach Angaben des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministeriums Zusatzuntersuchungen vorgenommen, die noch nicht abgeschlossen sind.

20 Fungizide, 9 Insektizide

Unter den Wirkstoffen in der Ingelheimer Pollenprobe sind nach Angaben des Ministeriums 20 Fungizide, also Wirkstoffe zum Schutz vor Pilzkrankheiten. Dazu kommen neun Insektizide. Das sind Mittel gegen Insekten, die in der Landwirtschaft als Schädlinge eingestuft werden.

"Das Spektrum der Funde in den Pollen bildet den bestimmungsgemäßen Einsatz der Pflanzenschutzmittel in den angebauten Kulturen ab", erklärte das Landwirtschaftsministerium. In der Region um Ingelheim gebe es viele verschiedene Kulturen wie Weinbau, Obst- und Gemüsebau oder Ackerbau auf relativ kleinen Flächen und auch auf engstem Raum. Bisherige mehrjährige Ergebnisse des Deutschen Bienen-Monitoring zeigten, dass dies keine Auswirkungen auf die Bienenvölker habe, so das Ministerium.

Für das bundesweite Bienen-Monitoring betreut das Fachzentrum für Bienen und Imkerei des DLR Westerwald-Osteifel derzeit sieben Standorte von Imkereibetrieben in Rheinland-Pfalz. Ein vom Imkerverband gefordertes flächendeckendes, landesweites Bienen-Monitoring hält das Ministerium für nicht erforderlich.

In ganz Rheinland-Pfalz gibt es rund 5.800 Mitglieder in Imkervereinen und mehr als 38.000 Bienenvölker. 2014 waren es noch weniger als 30.000. Ingelheim habe mit zwei Vereinen und insgesamt etwa 380 Mitgliedern eine besonders hohe Imkerdichte, sagte Botens.

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