Verbrannte Scheune (Foto: SWR)

Brandstiftung in Hillesheim "Ich habe mein Leben riskiert"

Gerald Egelhoff aus dem rheinhessischen Hillesheim ist immer noch geschockt. Zum zweiten Mal ist seine Scheune abgebrannt. Ohne ihn wären seine Pferde umgekommen. Jetzt sucht er Zeugen.

Eine Frage treibt Gerald Egelhoff seit der Nacht zum Freitag besonders um: Wer tut so etwas - und warum? Dass ein Brandstifter seine Scheune am Ortseingang von Hillesheim angezündet hat, da ist er sich sicher. Auch die Polizei geht davon aus, dass das Feuer gelegt wurde.

"Ich habe niemandem etwas zuleide getan. Meine Familie und ich, wir leben unser Leben und führen unseren Betrieb, und das will jemand zerstören", sagt Egelhoff. Eine Bekannte, die zufällig an der brennenden Scheune vorbeifuhr, weckte Egelhoff in der Nacht. Im Schlafanzug rannte er in das brennende Gebäude, rettete seine Pferde. "Ich habe mein Leben riskiert, die Pferde waren mir das wert."

Pferde versuchten Flammen zu entkommen

Die Pferde seien völlig verstört gewesen. "Sie wieherten, sind im Stall umhergelaufen, wollten raus. Sie sahen die nahenden Flammen und dann kam die Erlösung: Der Chef ist da, endlich ist er da", sagt er unter Tränen.

Gerald Egelhoff mit Pferd (Foto: SWR)
Die Pferde gehören bei den Egelhoffs zur Familie

Nachdem die Pferde befreit waren, ging der Winzer noch mehrmals in die brennende Scheune, brachte noch vier Traktoren mit Anhängern in Sicherheit.

Der Schaden ist dennoch beträchtlich, Egelhoff schätzt ihn auf mehrere 100.000 Euro. "Das Dach ist total kaputt, zwei Seitenwände müssen raus, die hintere Wand droht herauszukippen und es ist alles verrußt", sagt der Landwirt.

Familie lobt Belohnung aus

Gutachter und Versicherung waren schon vor Ort, momentan ermittelt die Polizei. Aber auch Gerald Egelhoff will etwas tun. Er hat 3.000 Euro ausgelobt, wenn jemand helfen kann, den Täter zu finden.

Chaos in abgebrannter Scheune (Foto: SWR)
Der Schaden: Mehrere hundertausend Euro

"Ich gehe davon aus, dass der Täter ein Ortskundiger ist", sagt er. "Dass der weiß, hier können wir dem Egelhoff gut schaden. Wenn die Tiere sterben, geht der in die Knie."

Nicht die erste Brandstiftung

Im Oktober vergangenen Jahres wurde seine Scheune schon einmal angezündet. Seitdem fühlt sich die Familie nicht mehr sicher. "Wir schlafen nachts nicht, wir finden keine Ruhe. Es ist eine unheimlich Belastung für uns. Es ist die Ungewissheit: Wann passiert es wieder?"

Mann mit Tochter von hinten (Foto: SWR)
Bei Gerald Egelhoff und seiner Familie sitzt der Schock noch tief.
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