Das Rathaus in Worms (Foto: SWR)

Bewerbungsfrist beendet Sechs Kandidaten für das Wormser Rathaus

Am 4. November wird in Worms ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Der Posten scheint heiß begehrt: Es bewerben sich fünf Männer und eine Frau.

Michael Kissel (SPD)

Ganz oben auf der Kandidatenliste steht der jetzige Chef des Wormser Rathauses, Oberbürgermeister Michael Kissel von der SPD. Er macht den Job seit 15 Jahren und bewirbt sich nun für eine dritte Amtszeit.

Der Wormser Oberbürgermeister. Michael Kissel (SPD), hebt auf dem Rheinland-Pfalz eine Hantel. (Foto: picture-alliance / dpa)
Beim Rheinland-Pfalz-Tag in Worms zeigte Kissel, was er stemmen kann.

Er nimmt die große Konkurrenz scheinbar gelassen. Seine Hoffnung: Viele Bewerber sorgen vielleicht für eine hohe Wahlbeteiligung. Bei den vergangenen Oberbürgermeister-Wahlen hatte nur etwa jeder zweite Wahlberechtigte in Worms seine Stimme abgegeben.

Die Situation mit vielen Mitbewerbern kennt der 63-jährige Kissel außerdem gut, auch bei den letzten beiden Wahlen hatte er vier bzw. fünf Gegenkandidaten.

Vor sieben Jahren gewann Kissel bei der Stichwahl gegen seinen Konkurrenten von der CDU mit knapp 53 Prozent der Stimmen.

Adolf Kessel (CDU)

Die CDU schickt Adolf Kessel ins Rennen. Der 60-Jährige engagiert sich seit mehr als 20 Jahren in der Politik. In Worms- Rheindürkheim geboren, ist er dort heute Ortsvorsteher.

OB-Kandidat für Worms: Adolf Kessel (CDU) (Foto: CDU Alzey-Worms)
Seit 1988 ist Kessel in der CDU, zum 30-jährigen Jubiläum würde er gerne Wormser Oberbürgermeister werden. CDU Alzey-Worms

Seit 1999 sitzt er im Wormser Stadtrat, seit 2009 ist Abgeordneter im rheinland-pfälzischen Landtag in Mainz. Außerdem ist er Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).

Bevor der gebürtige Wormser Kessel in die Politik ging, war er Polizist in Worms und Mainz, zuletzt arbeitete er beim Landeskriminalamt Rheinland Pfalz.

Richard Grünewald (Bündnis90/Grüne)

Richard Grünewald ist der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen. Sein Lebenslauf hat einiges zu bieten: gelernter Winzer, Theologierstudium, Personalentwickler bei der Lufthansa, dann zurück zu den Wurzeln: wieder Winzer in Worms.

OB-Kandidat für Worms: Richard Grünewald. (Foto: picture-alliance / dpa)
Richard Grünewald hat zusammen mit Studenten der Hochschule Worms eine Spritzmittelapp entwickelt.

Nachhaltigkeit ist eines seiner großen Themen, auch in der Praxis. Zusammen mit Studenten der Hochschule Worms hat er eine Handy-App für Winzer entwickelt. Sie soll kontrollieren, dass wirklich nur das Spritzmittel an den Reben landet, das benötigt wird.

Grünewalds erstes Ziel für die Oberbürgermeister-Wahl am 4. November: In die Stichwahl kommen und dann schauen, was geht.

Ricarda Artelt (FDP)

Die einzige Chance, dass Worms künftig von einer Oberbügermeisterin regiert wird, ist Ricarda Artelt. Die 44-jährige ist in Essen aufgewachsen und war dort beim RWE-Konzern im Marketing und Betrieb beschäftigt.

OB-Kandidatin für Worms: Ricarda Artelt (FDP) (Foto: Ricarda Artelt)
Ricarda Artelt ist im Ruhrgebiet aufgewachsen, jetzt aber in Worms zu Hause, sagt sie. Ricarda Artelt

Anfang 2016 ist sie nach Rheinhessen gezogen und der FDP beigetreten. Worms ist ihr nach eigenen Worten sehr ans Herz gewachsen. Wenn man sich mit den Wormsern unterhalte, betrachteten viele ihre Stadt als nicht lebenswert, so Artelt. Das wolle sie ändern, weil Worms unglaubliches Potential habe.

Peter Englert

Peter Englert ist die wohl schillernste Figur unter den Oberbürgermeister-Kandidaten. Der gebürtige Wormser ist Schauspieler, spielt in Filmen und Theaterstücken. Unter anderem stand er auch schon bei den Wormser Nibelungen-Festspielen auf der Bühne. Außerdem tourt der 28-Jährige als Sänger mit seiner Band "The Dörflers" durch Deutschland.

Der Schauspieler Peter Englert möchte OB in Worms werden. (Foto: picture-alliance / dpa)
Peter Englert als Gernot bei den Wormser Nibelungen-Festspielen 2014.

Deutschlandweite Berühmtheit erlangte Englert in diesem Sommer. Er hatte in einem Videoblog im Internet die neu eröffnete Karl-Kübel-Brücke in Worms scherzhaft auf den Namen Terence-Hill-Brücke getauft. Der italienischen Schauspieler besuchte "seine" Brücke dann im August persönlich.

Georg Gräff (Die Linke)

Georg Gräff darf man wohl als politischen Neuling bezeichnen. Geboren und aufgewachsen ist der 31-Jährige in Hessen. Der Liebe wegen zog der gelernte Einzelhandelskaufmann vor mehr als zwölf Jahren nach Worms.

Georg Gräff tritt für die Linke bei der Wormser OB-Wahl an.  (Foto: Georg Gräff)
Georg Gräff wurde auf der Mitgliederversammlung seiner Partei nahezu einstimmig zum OB-Kandidaten gewählt. Georg Gräff

Inzwischen sei Worms seine neue Heimat geworden, die ihn immer wieder begeistere, so Gräff. Allerdings gebe es viel Potential nach oben, das nicht ausgeschöpft werde. Vor allem im Sozial- und Wohnungsbereich.

Gräff kritisiert unter anderem die hohen Summen, die für die Nibelungen-Festspiele ausgeben würden. Hier müssten die Kosten für die Stadt minimiert werden.

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