Der Bildungsausschuss hat sich mit dem Arab Nil-Rhein-Verein und seiner Al Nur-Kita beschäftigt  (Foto: Verlagsgruppe Rhein-Main/ Sascha Kopp)

Besuch bei muslimischer Kindertagesstätte Absage der Parteien an Mainzer Arab Nil-Rhein Verein

Die Fraktionen des rheinland-pfälzischen Landtages werden die muslimische Kindertagesstätte nicht besuchen. Sie haben eine Einladung des Trägers, des Mainzer Arab Nil Rhein-Vereins, ausgeschlagen.

Der Arab Nil Rhein-Verein hatte Politiker und Pressevertreter gebeten, die Kindertagesstätte Al Nur in Mainz zu besuchen. Der Verein ist Träger der einzigen muslimischen Kita in Rheinland-Pfalz und sieht sich aktuell massiver Kritik ausgesetzt.

Verbindung zu islamischen Hasspredigern?

Das Land hat nämlich erhebliche Zweifel daran, dass Arab Nil noch die nötige Zuverlässigkeit besitzt, um einen Kindergarten zu betreiben. Dem Verein wird Gutachten zufolge eine Nähe zur Muslimbruderschaft und zum Salafismus, einer ultra-konservativen Strömung des Islams, bescheinigt.

Deswegen prüft das zuständige Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung gerade, dem Trägerverein die Betriebserlaubnis zu entziehen und die Kita damit zu schließen.

CDU-Fraktion: "Besuch ist überflüssig"

Mit seiner Einladung will der Arab Nil Rhein-Verein nach eigenen Angaben erreichen, dass sich die Politiker ein eigenes Bild über die Arbeit im Kindergarten machen.

Das lehnt die CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag ab. Ein Besuch im Kindergarten habe wenig Sinn, da er nicht die Vorwürfe gegen den Verein aus der Welt schaffe, heißt es. Die Partei fordert weiterhin, dem Verein die Betriebserlaubnis zu entziehen.

SPD, FDP und Grüne haben den Termin ohne Begründung abgesagt, die AfD war als einzige Landtagsfraktion nicht eingeladen.

Bis kommenden Freitag kann sich der Mainzer Arab Nil-Rhein Verein zu den Vorwürfen gegen ihn äußern. Dann wird das Land entscheiden, wie es mit der Kita weitergeht. Eine Schließung scheint Beobachtern zufolge ziemlich wahrscheinlich.

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