Der geplünderte Kartoffelacker bei Heidesheim  (Foto: SWR)

Dreiste Diebe unterwegs 400 Kilo Kartoffeln von Heidesheimer Acker geklaut

Im Raum Ingelheim sind derzeit wieder verstärkt Obst- und Gemüsediebe unterwegs. Und die sind zum Teil richtig dreist und haben einen kompletten Kartoffelacker geplündert.

Landwirt Benedikt Wünsch ist immer noch fassungslos. Er steht vor seinem Acker in Heidesheim, in den er im Februar Kartoffeln gesteckt hatte. Das Feld ist jetzt kahl, auf einer Länge von etwa 100 Metern haben Unbekannte hier in einer Nacht- und Nebelaktion im großen Stil illegal geerntet.

Die Pflanzen lagen oben auf der Erde, als ob Wildschweine durch den Acker gepflügt seien. (...) So viel zu klauen, ist schon dreist.

Landwirt Benedikt Wünsch

Und ärgerlich dazu. Benedikt Wünsch fühlt sich um seine Arbeit und die Zeit, die er in das Feld gesteckt hat, betrogen. Denn Kartoffelanbau ist aufwendig: Die Knollen werden zunächst in einem dunklen Keller zum Keimen gebracht, dann in den gepflügten Acker gesteckt und mit Folien abgedeckt, damit sie besser wachsen.

Täter offenbar mit Fachkenntnissen

All diese Mühe haben sich die Diebe nicht machen müssen. Der Landwirt glaubt, dass es sich dabei um Profis handelte. Denn die Kartoffeln hatten zu diesem Zeitpunkt noch gar keine richtige Schale. Das heißt, sie hätten nur direkt verarbeitet werden können, weil sie schnell verderblich und nicht lagerfähig sind. Das müsse man wissen, so Benedikt Wünsch, und ein ziemlich großes Fahrzeug haben.

Keine Anzeige bei Polizei

Denn 400 Kilo Kartoffeln transportiere man nicht eben mal mit dem Auto ab. Eine Anzeige bei der Polizei hat der Landwirt nicht erstattet. Er hält es für unwahrscheinlich, dass dabei tatsächlich etwas herauskommt.

Stadt Ingelheim will Feldschützen einstellen

Stattdessen hofft er nun auf einen Feldschützen, den die Stadt Ingelheim einstellen will. Er soll künftig in der Region auf den Feldern patrouillieren und so dafür sorgen, dass der Kartoffel- und Obstklau im Raum Ingelheim zumindest eingedämmt wird.

Und sollte das nichts bringen, denkt Benedikt Wünsch darüber nach, auf seinen Äckern Wildkameras zu installieren, die auf Bewegungen reagieren und dann Fotos oder Videos machen. Allerdings kosten diese Kameras viel Geld.

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