Kita geschlossen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Kommunal- und Europawahl am 26. Mai Auszähl-Marathon legt Behörden und Kitas lahm

Der große Wahltag am nächsten Wochenende in Rheinland-Pfalz fordert die städtischen Verwaltungen. Schließlich sind die Stimmen zweier Wahlen auszuzählen - besonders für Eltern hat das Konsequenzen.

Um den Auszähl-Marathon zu bewältigen müssen neben freiwilligen Helfern auch viele städtische Bedienstete ran. Daher kann es zu vorübergehenden Einschränkungen bei Behördenleistungen kommen. Insgesamt aber sehen sich die Kommunen gut gerüstet.

So sind von den insgesamt 2.200 Wahlhelfern in Mainz fast 600 städtische Angestellte. Dabei handele es sich aber vor allem um Stammbeschäftigte aus dem Rathaus, sagte ein Sprecher der Stadt.

Dagegen würden Mitarbeiter aus bürgernahen Dienstleistungsbereichen - wie etwa dem Sozialamt - nicht für die Auszählung abgestellt. Da man zudem hoffe, dass die Auszählung am Montag abgeschlossen werden könne, dürften die Bürger davon praktisch nichts merken.

Kitas werden lahmgelegt

Deutlich zu spüren bekommen die Bürger den Helfer-Notstand jedoch in Bodenheim im Kreis Mainz-Bingen. In der rheinhessischen Gemeinde sind Kita-Mitarbeiter zum Auszählen der Stimmzettel verpflichtet worden.

Mit der Folge, dass am darauf folgenden Freitag alle Kitas in Bodenheim geschlossen werden - mit nicht unerheblichen Auswirkungen für viele berufstägige Eltern. Weitere mögliche Beeinträchtigungen werden von der Ortsgemeinde in einem Brief bereits in Aussicht gestellt, sollten Auszählungen doch mehr Zeit genötigen.

Dauer

Behörden am Montag geschlossen

In Koblenz, wo sich die aus rund 900 Mitgliedern bestehenden Wahlvorstände am Montag zu einem guten Drittel aus städtischen Mitarbeitern zusammensetzen werden, bleibt die Stadtverwaltung am Tag nach der Wahl geschlossen. Für manche Bereiche sei jedoch ein Notdienst eingerichtet worden, wie etwa für das Standesamt und das Bürgeramt, erklärte Dirk Urmersbach von der Stadtverwaltung. "Der Bürger sollte - wenn möglich - aufschiebbare Behördengänge auf andere Tage verlegen."

Auch in Ludwigshafen stehen die Bürger am Montag nach der Wahl bei der Stadtverwaltung vor verschlossen Türen, weil zahlreiche städtische Mitarbeiter noch mit der Auszählung beschäftigt sein werden. Ähnlich sieht es in Frankenthal aus, wo fast die Hälfte der 450 Wahlhelferstellen mit Mitarbeitern der städtischen Verwaltung besetzt werden. Stellen mit Publikumsverkehr, wie der Bürgerservice, das Standesamt und die Kfz-Zulassungsstelle seien am Montag geschlossen, sagte eine Stadtsprecherin.

Auch Kaiserslautern, Trier, Bingen, Idar-Oberstein und Landau setzen auf die Mithilfe von Angestellten aus dem öffentlichen Dienst. Dafür bekommen die Mitarbeiter etwa in Kaiserslautern und Trier einen Freizeitausgleich.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Ausreichend Wahlhelfer in Kommunen

Neben den städtischen Wahlhelfern sind auch Ehrenamtliche gefragt. Noch Bedarf gebe es in Städten wie Koblenz und Speyer, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nach Schätzung des Landeswahlleiters werden zwischen Westerwald und Pfalz insgesamt rund 45.000 Helfer im Einsatz sein.  

Um Freiwillige zu finden, greift etwa Koblenz auf eine Freiwilligen-Datenbank zurück. Einzelne Kommunen wie Frankenthal locken mit Gutscheinen für Kinos, Theater oder Museen.

STAND