Pfleger Sujet (Foto: SWR, SWR -)

Entlastung Pflegepersonal Einigung auf Tarifvertrag - Kein Streik an Uniklinik

Die Mainzer Universitätsmedizin und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen Tarifvertrag zur Entlastung der Mitarbeiter geeinigt. Damit ist ein Streik abgewendet.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Nach fünf Verhandlungsrunden sei es gelungen, sich in allen wesentlichen Punkten zu einigen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Gewerkschaft Verdi und der Universitätsmedizin Mainz. Ein von der Gewerkschaft für Montag bereits vorbereiteter Streik der Pflegekräfte habe so verhindert werden können.

Grundsätzlich sieht der Tarifvertrag Entlastung vor, die Arbeit des Pflegepersonals an der Mainzer Uniklinik zu erleichtern.

Die Verhandlungen waren hart, aber zielorientiert.

Dr. Christian Elsner, Verhandlungsführer Unimedizin

Freizeitausgleich für Arbeit auf unterbesetzten Stationen

Im Tarifvertrag werden nun sogenannte Sollzahlen für die Stationen festgelegt. Sie bestimmen, wie viel Personal zu welcher Zeit im Dienst sein muss. Wenn diese Sollzahlen unterschritten werden, bekommen die Mitarbeiter Ausgleich in Form von Freizeit.

Wer 20 Tage auf einer unterbesetzten Station arbeitet, bekommt dafür einen Tag frei. Dies soll sich bis zum Jahr 2024 so entwickeln, dass es dann nach fünf Tagen Arbeit auf einer unterbesetzten Station einen Ausgleichstag gibt. Diese Tage können die Mitarbeiter auch auf einem Langzeitkonto sammeln.

Mehr Stellen in anderen Bereichen

Außerdem haben sich die Parteien darauf geeinigt, 41 neue Stellen zu schaffen - allerdings in patientenfernen Bereiche, beispielsweise die Schreinerei oder den Hol- und Bringdienst.

Der Tarifvertrag "Entlastung" gilt ab September 2020.

Die Regelungen zur Entlastung machen den Pflegeberuf attraktiver.

Frank Hutmacher, Verhandlungsführer Verdi

Zu wenig Geld für die Ausbildung

Unabhängig von der Tarifeinigung hat der wissenschaftliche Vorstand der Unimedizin Ulrich Förstermann eine dramatische Unterfinanzierung bei der Ausbildung der Medizinstudenten beklagt. In einem Schreiben, das dem SWR vorliegt, schildert er die unzureichende finanzielle Ausstattung der Lehre.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Für die rund 3.500 Medizinstudienplätze an der Unimedizin Mainz fehle es an ausreichenden Mitteln. Nach Angaben des Ministeriums kostet ein Studienplatz rund 33.400 Euro pro Jahr. Der Unimedizin stünden vom Land allerdings nur Mittel in Höhe von 27.500 Euro pro Studierendem und Jahr zur Verfügung.

Förstermann beklagt Personalmangel in der Lehre

"Für jeden Studierenden der Universitätsmedizin fehlen uns jedes Jahr 6.000 Euro. Und das drückt sich natürlich aus in einem deutlich niedrigeren Personalstand für die Lehre und das macht uns richtige Schwierigkeiten", sagte Förstermann im Interview mit dem SWR-Politikmagazin "Zur Sache Rheinland-Pfalz".

Die Lehre arbeite deshalb in einem Notbetrieb, so Förstermann weiter. Zudem gleiche das Land Tarifsteigerungen für das Personal nicht aus.

Dauer

Staatssekretär weist Kritik an fehlenden Landesmitteln zurück

Das rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerium weist die Vorwürfe zurück. Die Universitätsmedizin biete ein sehr gutes Niveau in Studium, Lehre und Krankenversorgung, sagte Staatssekretär Denis Alt (SPD) dem SWR. Die Unimedizin habe zwar wirtschaftliche Probleme, das Land habe aber auch schon mehr Geld gegeben.

STAND