Ostermärsche in Kaiserslautern (Foto: SWR)

"Abrüsten statt aufrüsten" Ostermärsche in Mainz und Kaiserslautern

Die Friedensbewegung hat auch in diesem Jahr wieder zu den traditionellen Ostermärschen aufgerufen. Mehrere Hunderte Menschen demonstrierten am Samstag im Land.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Der traditionelle Ostermarsch in Mainz stand am Ostersamstag in diesem Jahr unter dem Motto "Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewalt". Rund 300 Menschen nahmen daran teil. Mehr als 30 Vereinigungen aus der rheinland-pfälzischen Hauptstadt und dem benachbarten Wiesbaden hatten dazu aufgerufen.

Gedenken für Opfer der Ramstein-Katastrophe

In Kaiserslautern demonstrierten am Samstagvormittag etwa 70 Menschen. Die Teilnehmer kritisierten unter anderem deutsche Waffenexporte. Organisiert wurde der Marsch von der Friedensinitiative Westpfalz. Am Nachmittag gab es am Gedenkstein für die Opfer der Flugkatastrophe 1988 nahe der Airbase Ramstein ein gemeinsames Friedensgebet.

In diesem Jahr machte die Friedensinitiative nach eigenen Angaben auf das Wettrüsten der Weltmächte aufmerksam und warnte vor der steigenden Kriegsgefahr.

Die Initiative kritisiert Pläne der Nato, die Rüstungsausgaben zu erhöhen, da sie für Deutschland nahezu eine Verdopplung der Militärausgaben bedeuteten. Die Friedensaktivisten fordern eine friedliche Außenpolitik ohne Kriegseinsätze im Ausland.

Ostermärsche in Kaiserlautern (Foto: SWR)
Die Demonstranten kritisieren die Rüstungsausgaben

Protest gegen US-Atomwaffen in Büchel am Montag

In Büchel in der Eifel wollen an Ostermontag mehrere hundert Menschen gegen US-Atomwaffen protestieren, die am dortigen Fliegerhorst gelagert sein sollen. Veranstalter ist der Internationale Versöhnungsbund. Er fordert den Verzicht auf atomare Mittelstreckenraketen in Europa und die Unterzeichnung des UN-Atomwaffenverbotsvertrags. Der Ostermarsch in Büchel wird von zahlreichen Friedens- und Umweltgruppen sowie Parteien aus Rheinland-Pfalz unterstützt.

Mit rund 50 Veranstaltungen in ganz Deutschland ist der Karsamstag aber grundsätzlich der Schwerpunkt der Ostermärsche.

Proteste seit den 60er Jahren

Die Wurzeln der Ostermärsche liegen im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. In den 1950er Jahren gingen erstmals Pazifisten in England auf die Straße. Zum ersten Ostermarsch in der Bundesrepublik kamen 1960 etwa 1.000 Menschen. Einen Höhepunkt erreichte die Bewegung in den 1980er Jahren, als insgesamt Hunderttausende gegen den Nato-Doppelbeschluss und eine Stationierung von US-Mittelstrecken-Raketen in Deutschland protestierten.

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