50 Jahre Apollo 11 Mission Mainzer Linsen von Schott bei Mondlandung dabei

Die Fotos von der ersten Mondlandung vor 50 Jahren sind weltberühmt, wie zum Beispiel der Fußabdruck im Mondstaub. Was weniger bekannt ist: in den Kameras steckten damals Linsen aus Mainz - vom Spezialglashersteller Schott.

Gläser von Schott spielen große Rolle bei Mondlandung

Der Fußabdruck von Neil Armstrong auf dem Mond  (Foto: NASA)
Der Fußabdruck von Neil Armstrong im Mondstaub. Das Foto ist weltberühmt, aber was weniger bekannt ist: Die Linsen in der Kamera, die der Astronaut benutzt hat, waren von Schott. NASA Bild in Detailansicht öffnen
Hasselblad Fotokamera aus dem National Air and Space Museum in Washington. Diese Kamera wurde in der Kommandokapsel von Apollo 11 eingesetzt. Mit einer fast baugleichen Kamera schoss Neil Armstrong die Fotos auf der Mondoberfläche. Optische Gläser von Schott waren in den Kameraobjektiven verbaut. National Air Space Museum Bild in Detailansicht öffnen
Nachbildung der Westinghouse Mond Fernsehkamera aus dem National Air and Space Museum in Washington. Mit einer baugleichen Kamera filmten Neil Armstrong und Edwin Aldrin das Geschehen bei ihrem Mondspaziergang. Die Bilder wurden live im Fernsehen übertragen. Das Objektiv der Kamera ist bestückt mit optischen Gläsern von Schott. Die Originalkamera ließen die Astronauten auf dem Mond zurück. National Air and Space Museum Bild in Detailansicht öffnen
Edwin Aldrin beim Ausstieg aus der Mondfähre Eagle, fotografiert von Neil Armstrong mit der Hasselblad Kamera. NASA Bild in Detailansicht öffnen
Astronaut Edwin Aldrin beim Mondspaziergang, fotografiert von Neil Armstrong mit der Hasselblad Kamera NASA Bild in Detailansicht öffnen
Astronaut Edwin Aldrin hat gerade die wisenschaftlichen Geräte auf der Mondoberfläche platziert, fotografiert von Neil Armstrong. Im Hintergrund sieht man die Mondfähre Eagle NASA Bild in Detailansicht öffnen
Astronaut Edwin Aldrin trägt Spezialgeräte der NASA auf dem Mond. In seiner rechten Hand hält er einen Laserreflektor mit Quarzglasprismen, die bei der Heraeus-Schott Quarzschmelze in Hanau hergestellt worden waren. Mit Hilfe des Laserreflektors wurden wissenschaftliche Messungen auf dem Mond durchgeführt. NASA Bild in Detailansicht öffnen
Neil Armstrong (Mitte), erster Mensch auf dem Mond, erhielt ein optisches Glas von Schott, als er 1970 bei einem Deutschland-Besuch an einem Segelfliegerevent auf der Wasserkuppe teilnahm. SCHOTT Heinz-Jürgen Göttert Bild in Detailansicht öffnen

Sie waren klein, aus optischem Glas und leicht gebogen: Die Linsen in den Kameras, mit denen Neil Armstrong bei der Mondlandung vor 50 Jahren fotografierte. Warum gerade Linsen der Mainzer Firma Schott ausgewählt wurden, hatte etwas mit der Qualität zu tun, erklärt Sprecher Jürgen Steiner.

Die NASA wollte immer die besten Technologien einsetzen, die Hasselblad Kamera war die beste, die Zeiss Objektive waren die besten und die optischen Gläsern waren damals die besten, die auf der Welt verfügbar waren.

Jürgen Steiner, Sprecher von Schott

Sieben bis acht solcher Linsen steckten in jedem Objektiv und sorgten für die Fotos, die um die Welt gingen: Armstrongs Fußabdruck oder die amerikanische Flagge auf dem Mond. Auch die Fernsehkamera, die die Mondlandung live in die Welt trug, war mit Linsen von Schott bestückt. Und Jürgen Steiner ist sich sicher, dass damals auch die Mitarbeiter des Mainzer Unternehmens gebannt vor den Bildschirmen saßen.

Schott Linsen bei vielen NASA Missionen dabei

Teil der Mondmission gewesen zu sein, habe bis heute große Bedeutung für Schott, sagt Jürgen Steiner. Das Mainzer Unternehmen hat nach wie vor enge Verbindungen ins Weltall. Die Linsen waren zum Beispiel in den 70er Jahren bei Missionen zum Jupiter oder Saturn dabei oder später bei Marsmissionen der NASA.

Kameras immer noch auf dem Mond

Angefangen aber hat alles mit Apollo. Zwölf Kameras mit Schott-Linsen wurden bei den verschiedenen Mondmissionen insgesamt benutzt. Sie stehen heute aber keineswegs in irgendeinem Museum, sie liegen immer noch auf dem Mond.

Die Astronauten haben aus Platzgründen nämlich nur die Filme der Kameras mitgebracht. Statt der Geräte haben sie mehrere Kilo Mondproben mitgenommen. Ein Stückchen Mainz liegt heute - 50 Jahre später - also immer noch auf dem Mond.

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