Der ehemalige Asylbewerber Qusay Tajer hat von der Kreisverwaltung Mainz-Bingen fälschlicherweise 400.000 Euro auf sein Konto überwiesen bekommen. (Foto: SWR, Christian Bongers)

Zahlendreher in Kontonummer

Ehemaliger Asylbewerber aus Mainz findet 400.000 Euro auf seinem Konto

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Ein ehemaliger Asylbewerber aus Mainz hat in der vergangenen Woche plötzlich und unerwartet rund 400.000 Euro auf seinem Konto entdeckt. Als der Mann das Geld bemerkte, informierte er zunächst die Polizei.

Als Qusay Tajer in der vergangenen Woche auf seinen Kontostand blickte, konnte er kaum seinen Augen trauen. Dreimal waren dort hohe Summern eingegangen, insgesamt knapp 400.000 Euro. Im SWR-Interview sagte Tajer, er sei völlig "überrascht" gewesen. Für den 31-jährigen Syrer, der als Koch in einer Pizzeria arbeitet, ist das eine Menge Geld. Für ihn war klar: Die 400.000 Euro müssen zurück zu ihrem Besitzer.

Ein Anruf bei der Polizei half dann, den Absender der falschen Überweisung zu ermitteln: die Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Ihr schickte Tajer dann eine Email mit der Bitte, sich darum zu kümmern. Dort waren die Fehlüberweisungen allerdings auch schon bekannt, weil sie der ausführenden Bank aufgefallen waren. Diese hat das Geld mittlerweile zurück gebucht.

Zahlendreher war verantwortlich für die 400.000-Euro-Panne

Nach eigenen Angaben hatte die Kreisverwaltung das Geld wegen eines Zahlendrehers in der Kontonummer falsch überwiesen. So landeten die rund 400.000 Euro auf dem Konto von Tajer. Es war eigentlich für eine Verbandsgemeinde im Kreisgebiet bestimmt, um dort im Bereich Jugend und Soziales investiert zu werden.

Der ehemalige Asylbewerber Qusay Tajer hat von der Kreisverwaltung Mainz-Bingen fälschlicherweise 400.000 Euro auf sein Konto überwiesen bekommen. (Foto: SWR, Christian Bongers)
Die Landrätin des Kreises Mainz-Bingen hat sich in einem Brief bei Qusay Tajer für seine Ehrlichkeit bedankt. Christian Bongers

Landrätin entschuldigt sich

Mittlerweile ist das Geld wieder auf dem Konto der Kreisverwaltung Mainz-Bingen angekommen und soll jetzt erneut überwiesen werden - diesmal mit der richtigen Kontonummer. Landrätin Dorothea Schäfer (CDU) schrieb Tajer einen Brief, in dem sie sich bei ihm bedankt und für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigt. Zudem will sie ihm eine Anerkennung zukommen lassen, heißt es in einer Mitteilung. Was genau das sein wird, ist im Moment noch nicht bekannt.

Über den Fall hatte zunächst die "Allgemeine Zeitung" berichtet.

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