Startblock im Schwimmbad geschlossen (Foto: dpa Bildfunk, Sina Schuldt)

Kreis reagiert auf Gasknappheit

Schwimmbad in Römerberg schließt - Bad in Schifferstadt bleibt offen

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Das Kreisbad in Römerberg wird am kommenden Montag wohl bis zum Ende der Sommerferien geschlossen. Das Bad in Schifferstadt bleibt jetzt doch geöffnet.

Grund für die Schließung ist nach Angaben des Rhein-Pfalz-Kreises die zunehmende Gasknappheit durch den Ukraine-Krieg. Um die Gasspeicher für den Winter mit deutlich weniger Gas aus Russland ausreichend füllen zu können, seien alle Kommunen und Kreise von der Europäischen Kommission dazu aufgerufen, 15 Prozent des Gesamtbedarfs an Strom und Gas einzusparen. Aus diesem Grund habe die Kreisverwaltung entschieden, das Kreisbad Römerberg in den Sommermonaten zu schließen.

Der Rhein-Pfalz-Kreis schließt angesichts der stark gestiegenen Energiepreise und der drohenden Gaskrise sein Kreisbad in Römerberg (Foto: SWR)
Information für die Badegäste: Das Schwimmbad in Römerberg macht erstmal zu

"Was wir jetzt in den Sommermonaten an Gas einsparen können, brauchen wir vielleicht dringend in den kalten Wintermonaten. Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger daher um Verständnis für die Maßnahmen, die in der momentanen Situation nötig sind", so Landrat Clemens Körner (CDU).

Schwimmbad in Schifferstadt bleibt geöffnet

Deswegen könne das Schwimmbad in Schifferstadt - anders als befürchtet - weiterhin offen bleiben. Somit könnten Kinder und Jugendliche das Hallen- und Freibad in den Sommerferien ausgiebig nutzen.

Nach den Sommerferien werde die Lage dann neu bewertet und entschieden. Die beiden Schwimmbäder in Römerberg und Schifferstadt benötigen nach Angaben des Kreises zusammen ein Fünftel der Gasmenge, die im Kreis insgesamt verbraucht wird.

Schwimmbad Römerberg: Nach der Sanierung kam Corona

Das Schwimmbad in Römerberg war in den vergangenen Jahren lange saniert worden. Kurz vor der Corona-Pandemie eröffnete es wieder, um nur wenig darauf wieder zu schließen. Wegen Personalmangels war das Bad zuletzt immer wieder tagesweise geschlossen.

Das Bad in Römerberg ist ein reines Hallenbad mit Sauna.  Im Schifferstadter Bad gibt es dagegen eine Liegewiese und ein Freiluftbecken. Die meisten der wenigen reinen Hallenbäder in der Vorder- und Südpfalz haben in den Sommermonaten sowieso geschlossen, zum Beispiel Wörth und Lingenfeld oder das Hallenbad Süd in Ludwigshafen.

Badegäste in Römerberg haben wenig Verständnis

Die Besucher des Bads in Römerberg sind über die Entscheidung des Landkreises nicht erfreut: Am Mittwochnachmittag ziehen etwa 15 Badegäste ihm Kreisbad Römerberg ihre Bahnen. Monika Bolender aus Schwegenheim erzählt, sie komme außer zum Schwimmen auch regelmäßig zur Wassergymnastik hierher. Es sei schade, wenn das Bad nun wieder schließe.

Bolender findet, es solle lieber an einer anderen Ecke Energie gespart werden, nicht nicht an dem "bisschen Vergnügen, das die Leute haben." Auch Marlies Lehmann aus Harthausen ist verägert. Sie findet, es sei eine "Unverschämtheit", wenn das Bad nun schon wieder zumache. Sie komme teilweise täglich ins Schwimmbad in Römerberg. Gerade ältere Menschen kämen gerne her, weil das Bad gut zu erreichen sei. Seit Coronazeiten hätten es die Schwimmer hier aber schwer.

Der Rhein-Pfalz-Kreis schließt angesichts der stark gestiegenen Energiepreise und der drohenden Gaskrise sein Kreisbad in Römerberg (Foto: SWR)
Das Schwimmbecken des Hallenbads in Römerberg

Rhein-Pfalz-Kreis: Es geht nicht anders

Leider geht es nicht anders, sagt Heribert Werner. Er ist bei der Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises zuständig für Schule, Kultur und Sport. Er sagt, das Römerberger Schwimmbad nutzten im Schnitt 30 Gäste pro Tag. Für jeden einzelnen Gast sei es schade, aber es sei leider notwenig, Gas einzusparen und in diesen schwierigen Zeiten auch ein Zeichen zu setzen. "Da das ein reines Hallenbad ist, machen wir das hier in Römerberg", so Werner.

Wasser in vielen Bädern der Pfalz bereits kälter

Um angesichts des Gas-Engpasses seit dem Ukraine-Krieg Energie zu sparen, hatten viele Kommunen und Kreise in der Region bereits im April angekündigt, in ihren Schwimmbädern die Wassertemperatur zu senken. Beispielsweise haben die Stadtwerke in Speyer die Wassertemperatur im Bademaxx um zwei Grad reduziert. Auch die Stadtwerke in Neustadt haben die Wassertemperatur im Stadionbad um ein Grad gesenkt. Auch der Rhein-Pfalz-Kreis kündigte an, in kommunalen Schwimmbäder während des Sommers die Wassertemperatur um ein bis zwei Grad zu reduzieren 

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Die Entscheidung für die Schließung in Römerberg hatte der Kreisausschuss nach Angaben einer Sprecherin mit großer Mehrheit am Montag getroffen. Dagegen gestimmt hatte nur die Fraktion der AfD.

Bäder in Maxdorf und Mutterstadt sollen offen bleiben

Der Rhein-Pfalz-Kreis betreibt noch zwei weitere Schwimmbäder: Das "Aquabella" in Mutterstadt und den "Heidespaß" in Maxdorf. Dort sind nach Angaben der Sprecherin keine Schließungen geplant. Beide Bäder haben riesige Außenanlagen.

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