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In einem nichtöffentlichen Gottesdienst wurde am Sonntag die neue Präsidentin der evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst, eingeführt. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt bekleidet.

In ihrer Predigt rief die 55-Jährige zu gegenseitiger Achtung in der Gesellschaft auf. Gerade in der Corona-Krise hätten die Menschen gespürt, wie wertvoll Solidarität sei, sagte Wüst am Sonntag in der Speyerer Gedächtniskirche.

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Die Corona-Pandemie habe an vielen Stellen das Beste in den Menschen hervorgebracht. Aber je länger die Krise andauere, desto zerbrechlicher fühle sich die Solidarität an, sagte Wüst. Wenn das eigene Wohl auf dem Spiel stehe, komme es zu Neiddebatten, Angstdemonstrationen und Systemrelevanz-Diskussionen. Aus einer Gemeinschaft werde eine "Hackordnung". Doch in der Krise könne sich der Mensch nur in der Gemeinschaft behaupten.

Scheidender Kirchenpräsident Christian Schad verabschiedet

Dazu müsse man über den ein oder anderen Schatten springen. Diese Schatten könnten etwa nötige Reformen bei kirchlichen Formen und Ritualen sein, die zu vielen Menschen nichts mehr sagten. Auch dürfe die Kirche nicht versuchen, es allen wohl machen zu wollen, weil sie damit ihr Profil riskiere.

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In dem Gottesdienst wurde auch Wüsts Vorgänger Christian Schad verabschiedet, der seit 2008 Kirchenpräsident war. Offizieller Termin der Amtsübergabe ist der 1. März.

Ökumene stand für Christian Schad im Mittelpunkt

Schad plädierte in seinen Dankesworten für die Ökumene. Nur die Gemeinsamkeit aller Christen könne den Menschen die Lebensdienlichkeit des Glaubens und die Freundlichkeit Gottes nahebringen. Das sichtbar zu machen, sei für ihn immer Verpflichtung gewesen.

Das würdigte auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. "Immer wenn es in Deutschland bei der Ökumene in den letzten Jahren vorangegangen ist, war Christian Schad dabei", sagte er. Schad habe sich nie entmutigen lassen, sondern hoffnungsfroh und zuversichtlich an der Liebe Gottes in Christus festgehalten.

Wüst will auf kooperativen Führungsstil setzen

Die 55-jährige Dorothee Wüst war im September vergangenen Jahres von der Landessynode zur neuen pfälzischen Kirchenpräsidentin gewählt worden. Zuvor war sie Oberkirchenrätin, Dekanin in Kaiserslautern und Gemeindepfarrerin in Weilerbach.

Nach ihrer Wahl kündigte Wüst an, als Kirchenpräsidentin auf einen kooperativen Führungsstil setzen zu wollen, der die Menschen mitnehme. "Wir denken nicht von oben, sondern von unten. Wir denken nicht für andere, sondern mit anderen", umriss sie ihren "Traum von Kirche", in der "alle an einem Strang ziehen".

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