Polizist mit Taser in der Hand (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Tod nach Polizeieinsatz

Taser-Einsatz in Neustadt: Mann starb vermutlich an Herzinfarkt

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Nach dem Tod eines Mannes in Neustadt nach einem Polizeieinsatz mit einem Taser (Elektroschockgerät) liegen nun erste Obduktionsergebnisse vor. Im Moment vermuten Polizei und Staatsanwaltschaft, dass der Mann an einem Herzinfarkt starb.

Wie der Leitende Frankenthaler Oberstaatsanwalt Hubert Ströber dem SWR sagte, wurde bei dem Mann ein stark vergrößertes Herz festgestellt. Aktuell ist noch unklar, ob der Mann tatsächlich einen Herzinfarkt erlitt und daran starb - und ob der Taser der Auslöser war. Weitere Gewebeproben sollen das feststellen. Auch ein Gutachten, ob der Mann Drogen, Alkohol oder Gift im Körper hatte, steht noch aus.

Der Taserpfeil steckte bei der Obduktion noch im Rücken der Leiche, sagte der Staatsanwalt. Rippenbrüche seien wahrscheinlich auf Wiederbelebungsversuche zurückzuführen. Es gebe bisher keine Anzeichen, dass die Beamten weitere Gewalt eingesetzt hätten.

Was führte zu dem Tasereinsatz in Neustadt?

Dem Bericht der Staatsanwaltschaft Frankenthal und des Polizeipräsidiums Rheinpfalz zufolge wurde den Beamten am späten Mittwochabend, dem 6. Oktober, ein Mann gemeldet, der auf der Rotkreuzstraße in der Nähe des Stadionbades in Neustadt herumschreie und Anwohner hindere, in ihr Haus zu kommen.

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Wiederbelebung glückte nicht

Gegenüber den Polizisten habe sich der 53-Jährige aggressiv verhalten und sie angegriffen. Die Beamten hätten daraufhin zunächst ein Pfefferspray eingesetzt und als das nicht ausreichte, ein Elektroschockgerät. Das habe ihn zu Boden gebracht und die Beamten hätten versucht, ihn festzunehmen. Noch im Liegen habe er um sich getreten und dabei eine 26-jährige Polizistin am Kopf verletzt. Dann habe er plötzlich einen Kreislaufstillstand erlitten. Wiederbelebungsversuche des sofort herbeigerufenen Notarzt scheiterten. Die verletzte Polizeibeamtin musste in ein Krankenhaus gebracht werden, wo sie ambulant behandelt wurde.

Jeder Streifenwagen in Rheinland-Pfalz wird mit Taser ausgestattet

Wie eine Anfrage des SWR beim Innenministerium in Rheinland-Pfalz am Dienstag ergab, gab es 431 Fälle im Jahr 2020, in denen ein sogenanntes Distanzelektroimpulsgerät (DEIG) - also ein Taser - zum Einsatz kam. Allerdings, so das Ministerium, habe das Gerät vor allem eine abschreckende Wirkung, so dass "die Situation in den überwiegenden Fällen durch eine Androhung gelöst" werden könne. Zuletzt hatte das Land etwa 400 Taser beschafft, um alle Streifenwagen damit auszurüsten. Nur entsprechend geschulte Beamte dürfen das Gerät laut Ministerium benutzen.

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