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35 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl sind Wildschweine im Pfälzerwald zum Teil immer noch radioaktiv belastet. Das geht aus einem Bericht des rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamtes in Speyer hervor.

Wildschwein im Wildschweingehege im Wald (Foto: dpa Bildfunk, Lino Mirgeler)
Wilschweine fressen gerne Pilze, die sie aus der Erde wühlen. Lino Mirgeler

Das Fleisch von erlegten Wildschweinen aus dem Pfälzerwald muss vor der Abgabe an Verbraucher immer auf radioaktives Cäsium untersucht werden. In der vergangenen Jagdsaison wurden über 1700 Proben genommen. Bei 74 davon war der Grenzwert überschritten. Das sind in etwas fünf Prozent. So viele Tiere betrifft es fast jedes Jahr, sagt Dr. Andreas Hoffmann, Abteilungsleiter beim Landesuntersuchungsamt in Speyer.

Der Grund ist, dass Wildschweine sehr gerne die für Menschen ungenießbaren Hirschtrüffel fressen. Dieser unterirdisch wachsende Pilz reichert Caesium besonders gut an.

Tschernobyl-Unglück vor 35 Jahren setzte Cäsium frei

Nach dem Atom-Reaktorunglück in Tschernobyl am 26. April 1986 ist radioaktiver Regen über Rheinland-Pfalz gefallen und hat sich besonders im Waldboden angereichert.

Man hat 1986 analysiert, wo es geregnet hat, als die radioaktive Wolke über Rheinland-Pfalz zog. Da waren vor allem der Pfälzerwald und der Hochwald (südlicher Teil des Hunsrücks) betroffen.

Landesuntersuchungsamt kontrolliert auch Nutzpflanzen

Wildschweine aus anderen Teilen des Landes werden immerhin stichprobenartig vom Landesuntersuchungsamt analysiert. Da hat es in den vergangenen Jahren aber nie Beanstandungen gegeben, teilt die Behörde mit.

Das Amt untersucht aber nicht nur Wildschweine. Auch alle anderen in Rheinland-Pfalz erzeugten Lebensmittel werden regelmäßig unter die Lupe genommen, ob sie zuviel Cäsium enthalten, das sind Gemüse, Obst, Fleisch und Milch. Deren Werte waren in den letzten Jahren aber immer in Ordnung.

Cäsium hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren

Die meisten Stoffe, die damals im radioaktiven Regen waren, sind mittlerweile zerfallen. Nachweisbar ist nur noch Cäsium, das eine Halbwertszeit von 30 Jahren hat. Das bedeutet, nach etwa 30 Jahren ist es zur Hälfte zerfallen.

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