Reaktionen und Prognosen

Das bedeutet der Krieg in der Ukraine für die Pfalz

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Der Ukraine-Konflikt ist zu einem Krieg eskaliert. Hier wollen wir Reaktionen und Prognosen aus den unterschiedlichsten Bereichen sammeln und möglichst viele Perspektiven vereinen. Es geht auch um die Frage: Was bedeutet das eigentlich für uns?

Energie

Das Gas wird teurer werden. Damit rechnen die kommunalen Stadtwerke in der Pfalz und sorgen bereits für den kommenden Winter vor. Und: Viele der kommunalen Versorger befürchten, dass es in Zukunft mehr Menschen geben wird, die ihre Energiekosten nicht mehr bezahlen können. Die Stadtwerke Speyer gehen zum Beispiel davon aus, dass sie mehr Mahnungen verschicken werden müssen. (Eine detaillierte Auflistung, was die einzelnen Versorger in der Region zum Thema sagen, finden Sie hier).

Eine männliche Hand dreht eine Heizung höher. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa)
Ein Mann dreht eine Heizung in einer Wohnung höher. picture alliance/dpa

Aber: Nicht eines der Stadtwerke, die der SWR angefragt hat, rechnet mit Versorgungsengpässen. Die Erdgasspeicher seien noch gut gefüllt und Russland sei nicht das einzige Land, das Gas liefern könne.

Politik

Auch viele Politiker in der Pfalz haben sich inzwischen zu Wort gemeldet. Und sie alle verurteilen den russischen Angriff, egal, zu welcher Partei sie gehören.

Thomas Hitschler, SPD-Bundestagsabgeordneter und Staatsekretär im Bundesverteidigungsministerium, schreibt auf Facebook: "Melde mich aus Brüssel. Bin hier, um Gespräche mit Nato und EU zu führen. Überall wird deutlich: Gerade in dieser Situation stehen wir als Verbündete eng zusammen."

Die CDU-Europaparlamentsabgeordnete Christine Schneider aus Edenkoben fordert ein entschlossenes Vorgehen des Westens, sie sei "fassungslos". Johannes Steiniger, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Bad Dürkheim, teilt dem SWR mit: "Das ist ein Schock. Auch wenn es erwartbar war." Der Handel mit Russland müsse sofort eingestellt werden. Und: Die Kinder der Oligarchen in europäische Privatschulen sollten heimgeschickt werden.

Armin Grau, Bundestagsabgeordneter der Grünen, sieht die Diplomatie an ihre Grenzen gekommen. Jetzt sei es Zeit für "massive Sanktionen".

Alle Optionen für eine Reaktion müssten nun auf den Tisch, fordert Mario Brandenburg, FDP-Bundestagsabgeordneter aus Rülzheim.

Der AFD-Bundestagsabgeordnete Bernd Schattner aus der Südpfalz spricht von einem "Hochpräzisions-Angriffskrieg". Es müsse ein Weg zurück an den Verhandlungstisch gefunden werden.

Partnerstadt Speyer

Seit über 30 Jahren verbindet Speyer eine Städtepartnerschaft mit der russischen Stadt Kursk, unweit der ukrainischen Grenze. In Vertretung von Oberbürgermeisterin Seiler sagte Sozialdezernentin Monika Kabs: "Ich hoffe, sehr, dass alle Beteiligten an den Besprechungstisch zurückkehren um eine humanitäre Katastrophe in der Ukraine zu verhindert." Im Sommer sollten eigentlich Künstler aus der russischen Partnerstadt anreisen, um beim Kultursommer ein gemeinsames Theaterprojekt mit dem Speyerer Kinder- und Jugendtheater auf die Beine zu stellen. Was daraus wird, ist jetzt unklar.

Wirtschaft

Nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz (IHK), wird der Krieg in der Ukraine auch der Wirtschaft in der Pfalz schaden. Auch hier sind zuerst die steigenden Energiekosten das Problem, die sich ja schon jetzt auf einem hohen Niveau bewegen. Weil die Unternehmen in der Pfalz viel ins Ausland exportieren und die Industrie energieintensiv ist, ist die Region von den wirtschaftlichen Folgen des Krieges besonders betroffen.

Die IHK Pfalz in Ludwigshafen (Foto: IHK Pfalz/Lotz)
Die IHK Pfalz in Ludwigshafen. IHK Pfalz/Lotz

Aber: Die Geschäftsbeziehungen von pfälzischen Unternehmen nach Russland oder in die Ukraine sind volkswirtschaftlich laut IHK nicht allzu hoch zu bewerten. Beide Länder liegen nicht unter den Top 15-Staaten bei den Handelsbeziehungen. Einzelne Firmen können aber durchaus in ernsthafte Schwierigkeiten geraten: Das Chemieunternehmen Gechem in Kleinkarlbach teilt mit, dass wichtige Rohstofflieferungen aus Russland bereits gestoppt wurden.

Kirchen

Das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz rufen zum Gebet für die Menschen in der Ukraine auf: "Krieg ist niemals die Lösung" heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst. Beide fordern ein sofortiges Ende der Angriffe.

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