Wegen des trockenen Waldbodens und der steigenden Temperaturen herrscht zurzeit sehr hohe Waldbrandgefahr im Pfälzerwald (Foto: SWR)

Bereits mehrere Waldbrände

Hitzewelle: Im Pfälzerwald und im Bienwald herrscht große Waldbrandgefahr

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In der Vorder- und Südpfalz herrscht wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit große Waldbrandgefahr. Besonders gefährdet sind nach Angaben von Landesforsten die Wälder in der Rheinebene.

In den Walgebieten der Rheinebene, zeigt der Waldbrandgefahrenindex von Landesforsten am Donnerstag die höchste Stufe fünf an. Aber auch im Pfälzerwald und am Haardtrand ist die Waldbrandgefahr mit Stufe vier sehr hoch. Besonders kritisch sei, dass aktuell sehr viel Totholz herumliege, sagte Frank Sipp, Leiter des Forstamts Bad Dürkheim dem SWR.

Hohe Brandgefahr durch Totholz in Wäldern der Pfalz

Was dem Forstamtsleiter besonders viel Sorge bereitet: Der späte nasse Schneefall im vergangenen April habe zu geführt, dass etliche Kiefern unter der Schneelast zusammengebrochen seien. Nun würden die Baumkronen als Totholz herumliegen und das sei brandgefährlich. Denn trockene Nadelbäume würden wie Zunder brennen. Da reiche ein kleiner Funke.

"Das macht uns Sorge: Auf der einen Seite die extreme Trockenheit und auf der anderen das viele brennbare Totholz."

Bad Dürkheim: Schon fünf kleinere Waldbrände in diesem Jahr

Allein im Bereich des Forstamts Bad Dürkheim habe es in diesem Jahr bereits fünfmal gebrannt, so Sipp. Zuletzt sei die Feuerwehr am Mittwoch im Wald bei Böhl-Iggelheim (Rhein-Pfalz-Kreis) im Einsatz gewesen.

Glücklicherweise seien alle Brände früh entdeckt und der Feuerwehr gemeldet worden. Die Einsatzkräfte hätten so verhindern können, dass sich die Feuer weiter ausbreiten. Der Zeitfaktor spiele hier die ausschlaggebende Rolle, so der Bad Dürkheimer Forstamtsleiter: Nur wenn kleinere Schwelbrände am Waldboden der Feuerwehr sehr schnell, etwa durch Spaziergänger, gemeldet würden, könne ein größerer Waldbrand verhindern.

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Kreis Germersheim: Feuergefahr auch im Bienwald

Auch im südpfälzischen Bienwald, der sich von der deutsch-französischen Grenze bis nach Germersheim erstreckt, herrscht aktuell höchste Waldbrandgefahr. Johannes Becker vom Forstamt Bienwald in Kandel (Kreis Germersheim) sagte dem SWR, auch im Bienwald liege sehr viel Totholz herum. Das Gras am Waldboden sei völlig ausgetrocknet und könne hier wie ein Brandbeschleuniger wirken.

Weil die Waldbrandgefahr in der Rheinebene so hoch sei, habe sich das Forstamt gerade mit der Feuerwehr getroffen, um das Vorgehen im Ernstfall abzusprechen.

Klimawandel lässt Waldbrand-Gefahr auch in der Pfalz steigen

Durch den Klimawandel wird die Waldbrandgefahr in der Region weiter zunehmen, sagte Tobias Stubenazy, Waldschutzreferent von Landesforsten Rheinland-Pfalz dem SWR. Bisher sei es bei Bränden am Waldboden geblieben. Nadelbäume begünstigten aber größere Waldbrände, während ein dichter Laubbaumbewuchs sie eher erschwerten. Deshalb forste man nun mehr mit jungen Laubbäumen auf.

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Die Ursache für die Waldbrände im Kreis Bad Dürkheim liege auf der Hand, sagte Forstamtsleiter Sipp: "Waldbrände entstehen fast immer durch Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit der Waldbesucher, auch wenn das meistens nicht nachweisbar ist."

"Waldbrände entstehen fast immer durch Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit der Waldbesucher, auch wenn das meistens nicht nachweisbar ist."

Bei einem der Brände im Pfälzerwald in diesem Jahr sei sogar ziemlich klar gewesen, dass ein kleines Lagerfeuer das Feuer ausgelöst hatte.

Forstämter: Die meisten Waldbrände verursacht der Mensch


Die Forstämter appellieren deshalb an alle Waldbesucher, bestimmte Regeln zu beachten. Das Forstamt Bad Dürkheim beispielsweise warnt auf zentralen Wanderparkplätzen mit Infotafeln vor der Waldbrandgefahr. Unter der Überschrift “Schütze Deinen Wald vor Waldbränden“ werden die Waldbesucher darauf hingewiesen, dass offene Feuer, Grillen und Rauchen im Wald strikt verboten ist. Außerdem werden die Besucher gebeten, ihre Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abzustellen.

Viele Besucher im Pfälzerwald erhöhen Brandgefahr

Denn überhitzte Motoren könnten schnell den Untergrund entzünden und damit einen Waldbrand auslösen. Der Besucherandrang im Pfälzerwald sei auch nach dem Ende der Corona-Lockdowns ungebrochen hoch, berichtet der Bad Dürkheimer Forstamtsleiter. Nun seien es aber nicht mehr nur die Menschen aus der Region, die Erholung im Pfälzerwald suchten, sondern auch viele Touristen.

Vor diesem Hintergrund ruft Sipp alle Waldbesucher dazu auf, nicht wild zu parken und auch die wichtigen Rettungswege für die Feuerwehr freizuhalten.

Kaiserslautern/Trippstadt

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